Zetel Mit einem guten Blick fürs Detail schaut sich Lena Lübben im Industrielabor der Firma Röben Tonbaustoffe in Zetel die neun mal neun Zentimeter große Tonfliese an, die sie entworfen hat. Die 25-jährige Designerin schreibt zurzeit ihre Masterarbeit. Schon immer habe sie sich für Kunst interessiert, sagt die gebürtige Zetelerin, die momentan zwischen der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim und Zetel hin und her pendelt.

„Ich hatte in der Realschule eine gute Kunstlehrerin, die mich motiviert hat“, erzählt die 25-Jährige. So habe sich der Wunsch verfestigt, etwas in dieser Richtung anzustreben. Nun studiert sie Design/Gestaltung im fünften Semester des Masterstudienganges mit der Fachrichtung Farbdesign. Nach ihrem Bachelorabschluss arbeitete sie zwei Jahre als Designerin bei einem Modeunternehmen.

„Man hat die Möglichkeit, sich während des Studiums im Laufe der Semester zu spezialisieren“, sagt Lena Lübben. „Ich habe mich auf den Bereich Farbe und Oberflächengestaltung spezialisiert.“ In den letzten Semestern habe sie dann bereits kreativ mit Wand- und Bodengestaltung gearbeitet.

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Industrieböden

Das Thema ihrer Masterarbeit sind Industrieböden, wie sie auch bei Röben in Zetel hergestellt werden. So arbeite sie nun in Zusammenarbeit mit der Firma Röben darauf hin, dass sie in diesem Bereich ein Kollektionsbuch für ihre Masterarbeit gestalte und in der Firma fertige, sagt die Studentin. Sie erstellt erste Prototypen. Im ersten Teil ihrer Masterarbeit habe sie sich unter anderem damit befasst, wie Industrieböden in der Vergangenheit hergestellt wurden und diese mit der Gegenwart verglichen, berichtet die 25-Jährige. Nun folgt der praktische Teil.

Seit kurzem setzt die Firma Röben bei ihrer Produktion auch einen Digitaldrucker ein, der gestalterisch ganz neue Möglichkeiten eröffne, sagt Werksmeister Rainer Hackbarth: „Der Trend geht allgemein mehr zu Design.“ Dies habe sie interessiert und dazu bewogen, den Kontakt zu Röben aufzunehmen, sagt Lena Lübben.

„Ich bekomme hier viel gezeigt und werde unterstützt“, freut sich die 25-Jährige. Lena gehöre schon richtig zum Team, ergänzt der Werksmeister. Im Labor, in dem auch Lena Lübben arbeitet, erfolge die tägliche Qualitätskontrolle für die reguläre Produktion, sagt Rainer Hackbarth. Zwei Mitarbeiter arbeiten im Industrielabor.

„Der Schwerpunkt liegt darin, den Studenten ein umfassendes Bild über die Produktion von Baukeramik zu vermitteln“, erklärt Ralf Borrmann, Dipl.-Ing. (TU) Geschäftsführer Technik und Produktion. Die Themen für die Bachelor- oder Masterarbeiten haben ihren Schwerpunkt in den Bereichen Qualitätsmanagement, Energiemanagement, Produktentwicklung, Prozessoptimierung.

Die Oberflächenmuster, die Lena Lübben im Industrielabor herstellt, sind fertig gebrannte Muster. Diese sind ganz unterschiedlich. Lena Lübben fährt mit der Hand über eines ihrer Muster. „Das sind eher fließende Strukturen, angelehnt an eine Watt­oberfläche“, erklärt sie. Andere Muster zeigen gröbere Strukturen oder Dekorfliesen mit grafischen Muster. Auch die Farbe lasse sich variieren. Der Farbtrend gehe zurzeit hin zu Dunkelgrau und Schwarz, sagt der Werksmeister. „Es gab auch mal eine Phase vor 15 Jahren, in der nur Naturrot gefragt war.“

1200 Grad im Ofen

Die Tonmasse für die Fliesenmuster werde gepresst, getrocknet, versiegelt und schließlich gebrannt, erklärt Lena Lübben. Der Probeofen erreiche eine Temperatur von 1200 Grad Celsius. Knapp drei Stunden bleibe das Musterplättchen im Ofen, bis es fertig ist, sagt Lena Lübben. Am 20. Januar wird die Zetelerin ihre Masterarbeit abgeben.

Melanie Jepsen Varel / Redaktion Friesland
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