Betrifft: Ortsentwicklung in Obenstrohe, „Für Haßmann kommt ein neuer Edeka“, NWZ vom 15. und 16. März

„Will die Ratsfrau der Grünen, Sigrid Busch, einen weiteren Schandfleck, wie das ehemalige Dettmersgelände am Ortseingang von Varel? Hier hatte man der Raiffeisen-Genossenschaft versagt, einen Markt zu bauen, um die Geschäfte in der Innenstadt zu schützen. Der Edeka-Markt in Obenstrohe verlegt nur seinen Standort und wird somit für alle gut erreichbar sein. Ferner ist der Edeka-Markt ein Lebensmittelanbieter und wer aus Obenstrohe fährt schon in die Innenstadt von Varel, um Waren des täglichen Bedarfs zu kaufen? In Obenstrohe gibt es gute Zufahrtsmöglichkeiten zum künftigen Einkaufszentrum und ausreichend Parkraum. Nach der Auflösung der Raiffeisenbank-Filiale in Altjührden werden viele Kunden, besonders ältere Menschen, auch aus den Orten Spohle und Conneforde den Markt nutzen. (...) Als Ratsfrau der Grünen sollte Frau Busch auch bedenken, dass möglichst viele Wege mit dem Fahrrad erledigt werden sollten.“

Irmgard Sandstede
Varel

„Ich finde es schon etwas irritierend, dass Frau Busch sich Sorgen macht um Famila, Aldi und Netto in Varel-City. Es ist für mich nicht vorstellbar, dass einer dieser Märkte Not leidet, weil ich meine Gurken zukünftig nicht mehr in der Mühlenteichstraße bei Edeka, sondern in der Wiefelsteder Straße bei Edeka kaufe.

Meine Frau und ich leben seit über 40 Jahren in Obenstrohe und haben den ganzen Niedergang dieses Ortsteils erlebt, welcher – von der Politik gewollt – zu einer Durchfahrtsstraße für holländische Lkw reduziert wurde. Jetzt kommt endlich wieder Leben in die Bude und schon sind die Bedenkenträger in Stellung gegangen. Note 6; Ziel verfehlt.“

Jürgen Weber
Varel

„Der interessierte Bürger liest mit Erstaunen, dass der geplante neue Edeka-Markt in Obenstrohe nur in minimaler Weise Auswirkungen auf die Vareler Innenstadt hat, bei einer Verkaufsfläche von ca. 60 Prozent der Fläche des Famila-Markts. Hier darf getrost von einer Überdimensionierung gesprochen werden wenn man bedenkt, dass in Obenstrohe gerade 15 Prozent der Einwohner Varels leben.

Die Umsetzung des Projekts hätte eine Umsatzverteilungen von 11 Millionen Euro zur Folge, was zu Lasten der Innenstadt und der anderen Ortsteile gehen würde. Die Nachnutzung der durch das Vorhaben in Obenstrohe entstehenden Leerstände soll verträglich zum Einzelhandelsentwicklungskonzepts der Stadt Varel gestaltet werden. Bereits in der Vergangenheit wurde das Konzept zugunsten von Investoren immer wieder „aufgeweicht“.

Warum sollte es diesmal anders sein? Es mag ja für Herrn Hanraets „sehr schwer nachvollziehbar“ sein, dass das neue Projekt den Geschäften in der Innenstadt das Leben schwer machen könnte. Die Rückmeldungen, die ich in Gesprächen mit Geschäftsleuten bekommen habe, lauten leider anders.“

Horst Springer-Bolk
Varel

„Ich kann nicht verstehen, warum man mehrere Lebensmittelkonzerne immer an einer Stelle zusammenpferchen muss, die sich gegenseitig versuchen, die Kunden abzuluchsen. Eine neue Edeka-Filiale neben Netto wird auch nicht unbedingt mehr Kundschaft bringen. Es muss doch möglich sein, für das Haßmann-Grundstück eine andere Möglichkeit zu finden. Eine wäre ein Bekleidungsgeschäft oder eine Filiale ähnlich wie Woolworth oder Rossmann.“

Peter Richter
Varel

„Wenn es denn richtig ist, dass nach einer Untersuchung die Verkehrsprobleme in Varel „hausgemacht“ sind, bleibt die Frage, warum die Bewohner der nordwestlichen Ortsteile Langendamm, Dangastermoor, Rallenbüschen, Moorhausen, Winkelsheide, Borgstede und (Dangast) wegen jeder Kleinigkeit in die Stadt müssen? Die Ortsteile wachsen durch Baugebiete und neue Bewohner, zusätzlich gibt es auch hier eine steigende Zahl älterer, nicht mehr so mobiler Bürger. Hier besteht eine fehlende Einkaufsmöglichkeit. Ein neuer Edeka-Markt ist für Obenstrohe eine Bereicherung, der Niedergang der Innenstadt lässt sich durch Verhinderung neuer Märkte höchstens verlangsamen, siehe Internet-Handel.“

Eckard Kröner
Varel

„Fachmarktzentrum, Famila plus großer Aldi-Markt, demnächst ein Raiffeisenmarkt an der Panzerstraße, jetzt ein überdimensionierter Einkaufsmarkt in Obenstrohe. Und bald vielleicht auch einer in Büppel? (...) Jede dieser Einkaufsstätten darf auf zehn Prozent seiner Fläche Waren anbieten, die es auch in der Innenstadt zu kaufen gibt. Das summiert sich schnell auf vergleichsweise mindestens ein Dutzend Einzelhandelsgeschäfte in der von Leerstand geplagten Innenstadt.

Ich frage mich, wann endlich dieser Anhäufungseffekt in seiner frequenzverringernden Auswirkung auf den Stadtkern bei den Planern im Rathaus und in den politischen Gremien zur Kenntnis genommen wird? Die Ansiedlungsentscheidungen der vergangenen Jahre und aktuelle Pläne machen offenkundig, dass in Varel die Innenstadt weder im Rathaus noch bei der Mehrheit im Stadtrat einen „Wert an sich“ hat, den es zu bewahren gilt. Nicht als Selbstzweck zum Wohle der Kaufleute, sondern um der gesamten Stadt einen pulsierenden, attraktiven Mittelpunkt zu geben, der Einheimische und Touristen anzieht und hiesigen Unternehmen gute Argumente bei ihrer Personalsuche liefert. (...)“

Jörg Spanjer
Varel

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