Varel Zu einem Vortrag hatte der Heimatverein am Donnerstag in das Lothar-Meyer-Gymnasium eingeladen. Referent Florian Reiß, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Museumsdorf Cloppenburg, stellte die Geschichte der oldenburgischen Eisenbahn vor, die vor 150 Jahren begann.

1867 rollte die erste Eisenbahn durch das Oldenburger Land. Der damals voranschreitenden Industrialisierung fehlten Transportwege. Das Herzogtum war bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts verkehrstechnisch schlecht erschlossen, und es stellte sich die Frage, ob die knappen Gelder in ein Eisenbahnprojekt gesteckt werden sollten. Man entschied sich für die Eisenbahn, aus Kostengründen wurden die Schienen anfangs einfach auf Sand verlegt und die Dampfloks mit Torf beheizt. Es konnte zwar nur langsam gefahren werden, dennoch diente es dem wirtschaftlichen Aufschwung.

Viele Ziegeleien konnten ihre Steine nach außerhalb verkaufen. Auch für die Viehbetriebe wurde es einfacher, die Schweine und Rinder brachten mehr Verkaufserlöse. Das Geld kam der Region zugute. Rund um die Bahnhöfe siedelten sich weitere Betriebe an. Ab 1880 wurden die Hauptstrecken durch Nebenstrecken mit Schmalspurbahnen ergänzt und so viele Bereiche im Oldenburger Land an das Schienennetz angeschlossen. Fischer aus Nordenham nutzten diese Verbindungen um ihre Fänge nach Wien oder Leipzig zu liefern, die so entstandenen Restaurants mit frischem Nordseefisch gibt es noch heute. Etwa 1920 begann der Aufschwung des Personenverkehrs, die Eisenbahn brachte Touristen an die Nordsee.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den Corona-Update-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

In seinem Vortrag ging Florian Reiß auch auf den Zusammenschluss der im ganzen Land bestehenden Regionalbahnen zur Reichsbahn ein. Nach dem Krieg wurde daraus die Deutsche Bundesbahn, die einsetzende Motorisierung führte zur Stilllegung vieler Strecken. Ein Kraftakt war nach der Wiedervereinigung das Zusammenführen der Ost- und Westnetze zu einem großen Ganzen. Leider seien viele Zeugnisse dieser technischen Meisterleistung verschwunden. „Für das, was bis jetzt überlebt hat, werden glücklicherweise Lösungen gesucht“, sagte Reiß. Ein gutes Beispiel dafür sei der Vareler Bahnhof oder die mit viel Enthusiasmus betriebenen Museumseisenbahnen.

Mit großer Aufmerksamkeit verfolgte auch Bezirksleiter der Deutschen Bahn Netze, Guido Tschigor, den Vortrag. Die heutige Streckenführung in Varel ist durch den Wunsch der Hansa-Werke nach einem nahen Gleisanschluss entstanden. Und mit einem Nebengleis wurde der Vareler Hafen als wichtiger Umschlagplatz für Material- und Viehhandel an das Schienennetz angeschlossen.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.