Varel Wie soll man mit den Moorstraßen in Varel umgehen? Diese Frage stellte sich am Montagabend wieder einmal den Mitgliedern des Bauausschusses. Laut Bauamtsleiter Jörg Kreikenbohm hat der trockene Sommer an den Moorstraßen Spuren hinterlassen. „Das Moor hat sich weiter gesetzt“, so Kreikenbohm. Und das sorgt für neue Risse in den Straßen.

Die Frage ist nur, wie man damit umgehen will. „Wir können da nicht einfach wieder Asphalt drauf füllen“, erklärte Kreikenbohm in der Sitzung. Das habe man in den vergangenen 20 bis 30 Jahren gemacht und das sehe zumindest anfangs gut aus, zugleich sei diese Vorgehensweise aber auch sehr teuer und nicht sehr nachhaltig. „Die Risse tauchen schnell wieder auf und das Spiel beginnt wieder von Neuem“, sagt Kreikenbohm.

Besonders dramatisch zeigte sich das bereits im vergangenen Jahr beim Jethausermoorweg. Dort waren die Risse so massiv, dass die Straße drohte, auseinander zu klappen. Hier hat die Stadt etwas Neues ausprobiert: Statt die Straße zu flicken oder neuen Asphalt aufzutragen, wurde die Straße etwa 30 Zentimeter tief abgetragen, gefräst und das Fräsgut anschließend wieder aufgetragen.

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Das Fräsmaterial ist laut Kreikenbohm gut geeignet, um wieder verdichtet zu werden. Eine Tränkdecke verhindere zudem, dass es zu sehr staubt. Dazu kommt: Es ist vergleichsweise günstig. Aber Kreikenbohm betont auch: „Das ist kein Allheilmittel.“ Früher oder später machen sich auch dort wieder Risse bemerkbar. Dann müsse wieder neu gefräst werden. Langzeiterfahrungen gebe es mit dieser Vorgehensweise allerdings noch nicht. Der Jethausermoorweg ist erst drei Monate in dem Zustand, in dem er sich derzeit befindet.

Dennoch hält Kreikenbohm es für „alternativlos“ auch die anderen kaputten Moorstraßen so zu bearbeiten. Andere Möglichkeiten wären eben nur die teure und wenig nachhaltige Lösung mit neuem Asphalt, die Straßen zu sperren und nur noch für Anwohner frei zu lassen oder eben den Boden unter der Straße komplett auszukoffern, damit die Fahrbahn nicht mehr absackt. Letzteres komme aber allein wegen der enormen Kosten nicht in Frage.

Die Frage im Ausschuss war nun: Will man die Vorgehensweise beim Jethausermoorweg auch auf andere Moorstraßen übertragen? Konkret ging es um den Birkenweg, Westweg und Mittelweg.

Einig waren sich die Ausschussmitglieder darin aber nicht. Während Sabine Kundy (Zukunft Varel) sagte, dass man dieses Verfahren auch auf anderen Straßen ausprobieren sollte, sprachen sich beispielsweise Raimund Recksiedler (SPD), Malte Kramer (SPD) und Bernd Redeker (CDU) dafür aus, den Jethausermoorweg weiter zu beobachten und auf den anderen Straßen nur das Nötigste zu machen. Nach dem Winter solle dann überprüft werden, wie sich der Jethausermoorweg entwickelt hat. Carsten Kliegelhöfer (Grüne) wies daraufhin, dass man mit dieser Variante vermutlich nur etwa 40 000 Euro für Flickarbeiten ausgeben würde, obwohl man die Straße hinterher wohl ohnehin durchfräsen werde. Das Geld könne man sparen.

Das zweigeteilte Bild zeigte sich auch in der Abstimmung: Bei fünf „Ja“- und fünf „Nein“-Stimmen lehnte der Ausschuss ab, die Vorgehensweise vom Jethausermoorweg auch auf die anderen Straßen zu übertragen.

Christopher Hanraets Varel / Redaktion Friesland
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