Varel „Sie wirkt wie ein nicht integrierbarer Fremdkörper und versperrt zudem die visuelle Verbindung zur Langen Straße.“ Die Toilettenanlage mit Buswartebereich am Schlossplatz soll nach dem Willen der Vareler Stadtverwaltung weg. Stimmt der Rat zu, soll die Toilettenanlage noch in diesem Jahr abgerissen werden. Die Toilettenanlage mit Buswartebereich auf dem Schlossplatz wurde 1995 errichtet. Die Benutzung der Toiletten ist kostenlos. Die Verwaltung muss dafür jedes Jahr 25 000 Euro für Personalkosten aufbringen.

„Der bauliche Zustand ist in Ordnung und die Ausstattung noch zeitgemäß“, so die Verwaltung. Trotzdem soll die Toilettenanlage weichen. Sie passe nicht zum Ensemble Amtsgericht und Schlossplatz, der mit Mitteln der Städtebauförderung umgestaltet wurde. Problematisch sei auch, dass die fußläufige direkte Verbindung von der Langen Straße zum Schlossplatz mit vier Stufen versehen ist. „Ein Abbruch des Gebäudes wäre aus städtebaulicher Sicht sehr von Vorteil“, ist sich die Verwaltung sicher.

Der Bauausschuss wird in seiner öffentlichen Sitzung am Montag, 20. August, um 17 Uhr im Rathaus in Langendamm über das Thema beraten und der Rat am 19. September endgültig entscheiden.

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Es ist Eile geboten, da der 25 000 Euro teure Abbruch des Gebäudes mit Mitteln der Städtebauförderung zu zwei Dritteln gefördert werden könne. Die Stadtsanierung läuft Ende dieses Jahres aus.

Die Toiletten am Schlossplatz sollen nach dem Plan der Verwaltung ersatzlos abgerissen werden. Als Alternative verweist die Stadtverwaltung auf die öffentliche Toilettenanlage an der Neumühlenstraße in Höhe der Einmündung Nebbsallee.

Seit 2014 gebe es in Varel zudem die Aktion „Nette Toilette“, initiiert von der Stabsstelle Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing. „Noch 5 von ehemals 18 Gastronomen nehmen aktiv mit einem Schild am Eingang an dieser Aktion teil“, berichtet Damian Folkers-Ratajski von der Wirtschaftsförderung Varel.

Es handelt sich um ein Restaurant und ein Café am Schlossplatz, ein Café an der Kleinen Straße, ein Restaurant an der Hindenburgstraße und ein Bistro an der Obernstraße. Damit sei während der üblichen Öffnungszeiten und auch noch am Abend gewährleistet, dass Besucher der Innenstadt eine Toilette recht ortsnah aufsuchen können.

Bei größeren Veranstaltungen auf dem Schlossplatz müssten verstärkt Toilettenwagen aufgestellt werden, da die Anbieter der „Netten Toilette“ über das Maß hinaus strapaziert werden würden, so Antje Schönborn von der Stadtverwaltung.

Mit den Toiletten soll auch der Buswartebereich abgerissen werden. Dafür werde ein Ersatz geschaffen, kündigte Antje Schönborn an.

Bereits beim Bau der Toilettenanlage im Jahr 1995 hatte sich Alfred Renze, der damalige Leiter des Amtsgerichtes Varel, enttäuscht darüber geäußert, dass die Toiletten aus städtebaulicher Sicht nicht zum Amtsgericht passen. Die Verwaltung hatte jedoch entschieden, dass Varel neben der Anlage an der Neumühlenstraße auch die am Schlossplatz braucht.

Die Toiletten wurden als Nachfolger der unterirdischen Toilettenanlage gebaut, die 1968 errichtet worden war. Viele Vareler, insbesondere die Schüler, die am Schlossplatz auf den Bus warten mussten, erinnern sich noch an den Bau mit den steilen Treppen, an dessen Ende sich dunkle Toiletten befanden. Und an den ebenerdigen Kiosk. Er war 1968 als Ersatz für den Kiosk auf dem Schlossplatz gebaut worden.

Traute Börjes-Meinardus Redakteurin / Redaktion Varel
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