Varel Auf dem Gelände der Papier- und Kartonfabrik (PKV) in Varel wird derzeit gehämmert: Ein rund 20 Meter hoher Hammer rammt dort nämlich 15 bis 17 Meter lange Betonpfähle für die neue sogenannte „Rejektaufbereitungsanlage“ in den Boden. Die Rammarbeiten sind notwendig, weil der Boden nicht tragfähig genug ist.

30 Meter breit, 36 Meter lang und 23 Meter hoch soll die neue Anlage werden. Dazu kommen noch drei Lagersilos mit einem Durchmesser von fünf Metern. Damit die alle einen sicheren Stand haben, werden insgesamt 179 Pfähle mit einem sieben Tonnen schweren Gewicht in den Boden getrieben, wie Ingenieurin Britta Wilken von der PKV erklärt.

Da werden enorme Kräfte frei: Die Holzstücke, die zwischen Gewicht und Pfahl gelegt werden, fangen unter dem massiven Druck an zu qualmen. Außerdem verursachen die Rammarbeiten eine Menge Krach und Vibrationen.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Sorgen machen, dass die Vibrationen Schäden an Gebäuden in der Nachbarschaft verursachen, müssten sich die Anwohner aber nicht, versichert Dettmar Fischer, Mitglied der Geschäftsleitung. Britta Wilken erläutert: „Wir haben Schwingungsmessungen an unserem Verwaltungsgebäude gemacht, weil das Gebäude sehr nah am Geschehen steht.“ Mit dem Ergebnis, dass die Schwingungen keinen Schaden anrichteten. Dadurch könne man auch ausschließen, dass weiter entfernte Gebäude Schaden nehmen.

Außerdem gebe es auf dem PKV-Gelände einen anderen Indikator für zu starke Schwingungen: Die Gasturbinen, die den Strom für die Fabrik produzieren. „Unsere Gasturbinen schalten sich von alleine aus, wenn die Schwingungen zu stark werden“, erklärt Dettmar Fischer.

In etwa zwei Wochen sollen die Rammarbeiten erledigt sein. Die Arbeitszeit für den überdimensionalen Hammer ist auf 7 bis 18 Uhr begrenzt. Wenn die Anlage im kommenden Jahr fertig ist, sollen die Anwohner vom Betrieb aber nichts mehr mitbekommen.

Aber was soll die „Rejektaufbereitungsanlage“ überhaupt machen? Im Grunde kann damit aus allem, was nicht in den Papiermüll gehört, aber trotzdem in der PKV landet – zum Beispiel Folien, Klebeband, Plastik oder Styropor – ein Brennstoff gewonnen werden. Auch Fasern, die nicht mehr zur Papierherstellung taugen, landen dann in der neuen Anlage.

Die „Rejekte“ enthalten nämlich 40 bis 50 Prozent Wasser. In der Anlage wird das Wasser entzogen und das trockene Material zu Pellets gepresst, die dann als Brennstoff eingesetzt werden. Der Vorteil liegt auf der Hand: Wenn das Material direkt vor Ort getrocknet wird, müssen die Lastwagen nicht das sonst darin enthaltene Wasser transportieren. Unterm Strich braucht man also deutlich weniger LKW.

UMFRAGE
Machen Sie mit beim großen Friesland-Check. Was gefällt Ihnen an Ihrer Gemeinde/Stadt und wo sehen Sie Verbesserungspotential?

Christopher Hanraets Varel / Redaktion Friesland
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.