Varel Die gute Nachricht vorweg: In diesem Jahr wird es keine heftigen Staus in der Ortsdurchfahrt Varel geben. Und nun die schlechte: Die marode Brücke der Bundesstraße 437 über die Autobahn 29 an der Abfahrt Varel-Bockhorn muss noch ein Jahr länger halten.

„Es ist nicht realistisch, dass noch in diesem Jahr mit dem Abriss und Neubau der Brücke begonnen werden kann“, korrigierte Joachim Delfs, Leiter der Straßenbaubehörde in Oldenburg, den selbst gesteckten Zeitplan auf Anfrage des „Gemeinnützigen“. Als neuen Termin für einen Baubeginn in Varel nannte er „spätestens Frühjahr 2020“.

Die A 29 in Zahlen

Die Autobahn 29 ist 94,5 Kilometer lang, und durchgehend vierstreifig. Sie beginnt in einem Kreisverkehr in der Nähe des neuen Containerhafens Jade-Weser-Port, der im Vollbetrieb zukünftig 20 Prozent seines Umschlags über die A 29 abwickeln soll. Endpunkt ist das Ahlhorner Dreieck mit Auffahrt zur A 1.

Die Entscheidung für den Bau fiel im Mai 1969. Er dauerte bis zum April 1984. Die Baukosten lagen bei insgesamt 680 Millionen Mark (heute: rund 1,3 Milliarden Euro) und gehörten bei den Kosten pro Kilometer zu den teuersten in Deutschland. Dies lag auch daran, dass die A 29 fast ausschließlich auf einer neu gebauten Trasse verlief. Insbesondere das Teilstück zwischen Wilhelmshaven und Zetel erwies sich aufgrund des wenig tragfähigen Untergrundes im ehemaligen Gebiet des Schwarzen Bracks als extrem kosten- und zeitaufwendig.

Die Brücke der B 437 entstand im Bauabschnitt von 1974. Nun ist sie kaputt und soll ersetzt werden. Wie teuer Abriss und Neubau werden, stehe noch nicht fest. „Ganz genau können wir das noch nicht beziffern. Wir gehen aber von Kosten im einstelligen Millionenbereich aus“, hielt sich Joachim Delfs, Leiter der Straßenbaubehörde in Oldenburg vage. Zum Vergleich: Die Erneuerung der Brücke der Autobahn 293 in Oldenburg über die Alexanderstraße kostet zehn Millionen Euro. Sie wird in den nächsten Wochen fertiggestellt.

Das Bauwerk aus den 1970er Jahren weist große Schäden auf. Eine Untersuchung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST) im vergangenen Jahr hatte für die Brücke der Bockhorner Straße die Note „ungenügend“ ergeben. „An der Unterseite haben sich Risse gebildet, der Fahrbahnbelag hat sich abgesenkt und die Schutzplanken sind veraltet“, zählte Joachim Delfs, Leiter der Straßenbaubehörde in Oldenburg, die Mängel auf. Dennoch beruhigte er: „Die Brücke ist nicht einsturzgefährdet.“

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Als Grund für die Mängel gab Delfs „statische Überlastung“ der Baustoffe aus den 70er Jahren an. „Die Brücke ist für die heutigen Verkehre nicht konzipiert“, erklärte er. Vor allem der Schwerlastverkehr ist angestiegen, zudem fahren die Lastwagen mit immer höherer Achslast.

Dass sich der Beginn des Neubaus in Borgstede verschiebt, liege an der Verzögerung im Planungsprozess. Der Bauwerksentwurf, der von Ingenieuren der Straßenbaubehörde in Hannover erstellt wird sei laut Joachim Delfs zwar schon fertig. „Aber er liegt uns in Oldenburg noch nicht vor.“ Inhaltlich sei der Entwurf abgestimmt, es müsse aber an einigen Stellen noch gefeilt werden.

Der Behördenleiter rechne damit, dass er das Papier binnen der nächsten zwei bis drei Monate erhält. Erst danach könne auf dessen Basis die Ausschreibung erstellt werden. Bis die ausführenden Firmen dann gefunden sind, gehen weitere Monate ins Land.

Da die Brücke aus zwei Teilen besteht, wird sie „hälftig zurückgebaut“, erläuterte Joachim Delfs. Das heißt: Zunächst wird die eine Seite abgerissen und neu errichtet, danach die andere. So passierte es beim Projekt in Oldenburg mit der Brücke der Autobahn 293 über die Alexanderstraße. „Auf dem bestehenden halben Bauwerk wird der Verkehr dann jeweils einspurig geführt“, sagte der Behördenleiter.

Vor allem während des Berufsverkehrs wird die Stelle über die A 29 in Varel dann zum Nadelöhr. 15 000 Fahrzeuge, davon 7,9 Prozent Lastwagen, passieren nach Angaben aus dem Bundesverkehrswegeplan täglich die Ortsdurchfahrt Varel.

Hinzu kommt an den Wochenenden und während der Ferien ein stark ansteigender Verkehr nach Dangast und zurück zur Autobahn. Zudem ist die B 437 die Verbindung aus der Wesermarsch und vom Wesertunnel nach Ostfriesland.

Mit einem Verkehrschaos während der zweijährigen Bauzeit in und rund um Varel rechnet Joachim Delfs indes nicht. „Die Verkehrsmengen sind doch übersichtlich“, versicherte er.

Olaf Ulbrich Kanalmanagement (Ltg.) / Redakteur
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