Varel /Augsburg Start frei: Mit in Varel serienmäßig im 3D-Druck hergestellten Titan-Teilen hebt künftig der neue Airbus vom Typ A350 XWB ab. Der Flugzeugzulieferer Premium Aerotec (PAG) hat am Freitag die ersten in Friesland additiv gefertigten Strukturbauteile für die CFK-Seitenschalen übergeben. Damit liefert Das Werk am Riesweg nach der Ersteinführung additiv gefertigter Bauteile im Militärtransporter A400M im Jahr 2016 nun bereits für zwei Airbus-Flugzeugprogramme in Serie gefertigte 3D-Druck-Komponenten.

Bei den nun ausgelieferten Bauteilen handelt es sich um Komponenten für das sogenannte „Potable-Water-Service-Panel“, über das die A350 XWB am Boden mit Frischwasser betankt wird. Die Bauteile erfüllen hier Funktionen für die Abdeckklappe und zur Sicherstellung des Betriebs des Panels am Boden und während des Flugbetriebs.

Die Teile wurden zunächst im Entwicklungsbereich von Premium Aerotec konstruktiv überarbeitet, um die Umstellung vom konventionellen auf das additive Fertigungsverfahren zu ermöglichen. Nach ihrer Produktion und Qualifizierung in der additiven Fertigung am Standort Varel wurden sie in der Augsburger Schalenmontage in die entsprechende Flugzeugsektion eingebaut. „Im Rahmen des Projekts ist es PAG zudem gelungen, erstmals oberflächengeschützte AM-Teile für den Flugzeugbau zu qualifizieren“, teilte der Konzern mit.

„Mit der heutigen Auslieferung stellen wir unsere führende Rolle in der additiven Fertigung im Flugzeugbau erneut unter Beweis,“ sagte Dr. Thomas Ehm, Vorsitzender der Geschäftsführung von PAG: „Nun gilt es, das Verbesserungs-Potenzial der Zukunftstechnologie 3D-Druck in der Produktion weiter auszubauen.“

Die Umstellung der insgesamt drei Strukturkomponenten führt zu einer signifikanten Kostenreduktion, insbesondere durch einen deutlich geringeren Rohmaterialeinsatz – bei gleicher Bauteileigenschaft und Qualität. Künftig werden alle Maschinen vom Typ A350 XWB mit diesen additiv gefertigten Komponenten ausgerüstet.

Premium Aerotec produziert am Standort Augsburg die Seitenschalen des hinteren Rumpfs (Sektion 16/18) sowie die Druckkalotte. Zudem entstehen dort die Einzelteile des CFK-Türrahmens, der ebenfalls am Standort Varel montiert wird. In Nordenham stellt das Unternehmen die vollständige vordere Rumpfsektion 13/14 und die Fußbodenstruktur für Sektion 16/18 her.

Mit dem industriellen 3D-Druck, der so genannten additiven Fertigung, gehören die Vareler weltweit zu den Vorreitern dieser modernen Produktionstechnik. Und damit sind sie auch für den weiteren Markt interessant. Dabei schaut sich Premium Aerotec bereits in anderen Branchen um.

Im Mai 2017 starteten PAG, der Autobauer Daimler und der 3D-Druck-Spezialist Eos im Technologiezentrum des Aeroparks das Projekt „NextGenAM“. Dort wollen sie binnen 18 Monaten gemeinsam die nächste Generation der additiven Fertigung (AM) entwickeln. Das Ziel: Industriell gefertigte Aluminium-Teile aus dem 3D-Drucker – auch für Autos. In Varel wurden dafür sechs Millionen Euro investiert.

Olaf Ulbrich Redaktionsleitung Varel / Redaktion Friesland
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