Varel Am 13. Juli 1818 erschien in Varel die erste Ausgabe des „Gemeinnützigen“. In den darauffolgenden Jahrzehnten und Jahrhunderten begleitete die Zeitung die Menschen in und um Varel. Die NWZ feiert den 200. Geburtstag mit vielen Gewinnspielen und Aktionen - und blickt zurück in die 200-jährige Geschichte des „Gemeinnützigen“.

17. November 1827

Vor „Selbstbedienung“ im Wald warnte „Der Gemeinnützige“ am 17. November 1827: „Um dem so sehr überhand genommenen s. g. Sprickeln in den Hölzungen Einhalt zu thun, wodurch die Forsten verdorben werden, indem die Suchenden nicht nur das abgefallene Holz aufsammeln, sondern auch dürre Zweige und wohl gar lebendiges Gesträuche abbrechen, wodurch die Kinder dem Schulunterrichte entgegen und an die Zueignung fremden Eigenthums gewöhnt werden, wird jedes Aufsammeln von Holz, Eicheln, Buch und dergleichen in fremden Hölzungen gänzlich untersagt und zwar bei unabbittlicher Leibesstrafe, wobei gegen diejenigen Contravenienten, welche auf Schleichwegen betroffen werden, mit doppelter Strenge verfahren wird. Zugleich werden die Eltern, Pflegeeltern und Vorgesetzten für die Uebertretungen ihrer Kinder respective Untergegebenen verantwortlich gemacht, und werden, wenn sie das Sprickeln geschehen lassen oder das gefundene Holz bei sich aufnehmen, mit Geld- oder Gefängnißstrafe belegt werden.“

19. November 1893

Gülle war schon immer ein wertvolles Gut – das stellte „Der Gemeinnützige am 19. November 1893 heraus: „In vielen Gegenden kann man leider, wenn man durch ein Dorf kommt, noch sehen, daß der Werth der Jauche nicht geschätzt wird, daß letztere vielmehr nutzlos über die Wege fließt, so daß sie für den Besitzer des betreffenden Viehbestandes verloren geht. Hauptsächlich sind die mangelhaften Einrichtungen der Düngerstätten hieran schuld und sollte ein jeder, der noch nicht im Besitze eines dichten Jauchebehälters ist, die Kosten eines solchen nicht scheuen. Ein Landwirth, der ein Jahr lang die Jauche von 8 Kühen vergeudet, verliert damit ungefähr den Werth einer Kuh!“

17. November 1939

Unwissenheit – weil man keine Zeitung liest – schützt nicht vor Strafe, wie aus der Meldung des „Gemeinnützigen“ vom 17. November 1939 hervorgeht: „Am gestrigen Donnerstag wurde in Varel die Straßenschau durchgeführt. Dabei gab es eine Reihe Beanstandungen, die in der Hauptsache auf ungenügende Reinigung zurückzuführen sind. Mehrfach hörte man die Ausrede, „ich erhalte keine hiesige Zeitung und wußte nicht, daß die Straßenschau stattfand“. Die Polizei zeigt freilich für diese Erklärung wenig Verständnis und belegt alle die Leute, die ihr Zeitungsbezugsgeld sparten, mit einer Geldstrafe.“

16. November 1968

Um den Vareler Wald sorgte sich Chronist Willy Hinck vor 50 Jahren - in der Ausgabe vom 16. November 1968: „Die Stadt Varel ist mit Recht stolz auf ihre Umgebung, die sie bei aller Herbheit der Küstenlandschaft doch in einen sehr ansprechenden Rahmen fügt. Er besteht aus Meer, Heide, Moor, Marsch und Wald, ein wahrhaft komponiertes „Passepartout“. Man spricht über den Vareler Wald überall voller Lob und Freude. Wird aber diese Freude stets ungetrübt bleiben? Die neu geplante Autobahntrasse Wilhelmshaven – Oldenburg wird dem Jungeholz neue Lücken reißen – ein Verlust, der zwar schmerzlich sein kann, aber ertragen werden muß, da eine verkehrliche Erschließung unserer engeren Heimat nicht versagt werden sollte. Die drohende Gefahr für unseren Wald kommt aus anderer Richtung: die Verträge mit den Betrieben der Ziegelindustrie … können unseren Buchen und Eichen den Todesstoß versetzen. … Für uns bestehen keine Zweifel darüber, daß seitens der Stadt Varel in der nächsten Zeit mancher Schritt zugunsten der Waldsicherung getan wird. Auch scheint uns nützlich, die Alarmglocke zu schlagen, ehe es zu spät ist.

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