Tettens In den 50er/60er Jahren war dort die wilde Müllhalde von Tettens, wo nach dem Krieg Bauschutt und alles andere, was an Müll und Schutt anfiel, zusammengefahren wurde.

Heute ist dort eine große Insektenwiese: Jetzt, Ende September, steht die gemeindeeigene Fläche in voller Blüte. Neben unzähligen Insekten hat Jagdpächter Axel Becker auch schon Fasane und naschhafte Rehe beobachten können. „Diese Artenvielfalt wollten wir auch erreichen“, sagt er.

Schon im vergangenen Jahr hatte er die Idee, die von Brombeerranken überwucherte Brache hinter Kindergarten und Grundschule Tettens durch den Hegering Wangerland mit Blühwiesensaat einzusäen. In diesem Jahr konnten Becker und Hegerings-Kollege Fredo Eilts zusammen mit den Jägern Heino Menkens, Hermann Drantmann und Jürgen Habben vom Bürgerverein dann mit dem Beackern beginnen. Und das stellte sich als gar nicht so einfach heraus. „Wir haben von Hand Steine gelesen, sonst hätten die Maschinen Schaden genommen“, sagt Fredo Eilts. Eingesät wurde ebenfalls von Hand. Und schließlich kam doch noch ein Trecker zum Einsatz – ein alter mit altem Grubber.

Jägerschaft und Friesenenergie haben gemeinsam das Saatgut gesponsert – und nun blüht es auf den gut 2500 Quadratmetern prächtig. „Wir haben recht spät angefangen. Erst im Juni haben wir gesät“, sagt Becker: Doch wie sich zeigte, passte das perfekt in diesen trockenen Sommer. Sie schattige Brache hatte noch genug Feuchtigkeit im Boden. Und seitdem es seit Ende August wieder nasser ist, sind Sonnenblumen und Ringelblumen, Senf, verschiedene wilde Kohlsorten, Phacelia, Kornblumen, Mohn und Raps schön gekommen und stehen nun in voller Blüte. „Das passt, denn nun finden die Insekten zumindest hier noch etwas“, meint Becker.

Damit das alte Unkraut nicht durchkommt, hatten die Jäger das Saatgut extra dick geworfen: Auf dem viertel Hektar wächst die Menge für einen Hektar. Doch die Erde ist komplett bedeckt – und das war das Ziel.

Auch 2020 soll dort wieder eine Blühwiese eingesät werden. Zuvor wird abgemulcht und umgebrochen. „Und angedacht ist, dass wir hier noch ein Insektenhotel aufstellen. Und eventuell eine Lerntafel für die Kinder in Kindergarten und Grundschule“, erklärt Fredo Eilts. Denn für die Kinder liegt die Blühwiese direkt vor der Tür und ist überschaubar.

„Und wenn jedes Kind dann mal eine blühende Sonnenblume abpflückt und seiner Mama mit nach Hause bringt, dann haben wir alles erreicht, was wir wollten“, sagt Axel Becker.


Mehr Infos unter   www.nwzonline.de/insektenjahr 
Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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