Sande Warum nutzlos gewordene Dinge wegwerfen, wenn man sie auch tauschen kann? Warum nicht kleine Nachbarschaftshilfen in Anspruch nehmen, wenn man sich mit einer anderen Arbeit revanchieren kann? In Sande ist seit einiger Zeit eine kleine Tauschbörse aktiv, deren Mitglieder sich auf vielfältige Weise gegenseitig das Leben erleichtern.

Die Tauschbörse Sande

Die Gruppe trifft sich einmal im Monat – und zwar immer am zweiten Dienstag des Monats im Sozialtrakt des Sander Rathauses um 20 Uhr. Nächstes Treffen ist am 14. Juli.

Neue Teilnehmer sind stets willkommen. Nähere Informationen und Kontakt bei Angela Hoffbauer, Tel. O4422/3214 oder bei Manuela Mohr, Tel. 04422/ 95 88 50.

Weil der eine zum Beispiel ein großes Auto oder einen Anhänger hat, den man für einen Möbeltransport gut gebrauchen könnte. Oder der andere einen Garten voller Obst und Gemüse hat, das er allein gar nicht verarbeiten kann. Und ein Dritter hat vielleicht nichts von alledem, ist dafür aber ein begnadeter Texter, der aus ein paar Angaben ein Gedicht für Opas 90. Geburtstag oder eine Festrede für ein Brautpaar schreibt.

Für alle Sander Bürger

Ersonnen haben die Sander Tauschbörse Angela Hoffbauer und Manuela Mohr vom Lokalen Bündnis für Familie. Einmal monatlich, und zwar jeweils am zweiten Dienstag, treffen sich die Tauschbörsen-Mitglieder ab 20 Uhr im Sozialtrakt des Sander Rathauses. Meist, um zu tauschen. Und wenn es manchmal auch nur Neuigkeiten sind, die ausgetauscht werden. Das nächste Mal trifft sich die Gruppe, die derzeit zwölf Mitglieder hat und die sich immer über weitere Teilnehmer freut, am Dienstag, 14. Juli.

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Die Tauschbörse Sande wendet sich an alle Bürger, die etwas zu geben haben und dann auch etwas dafür zurückbekommen. Das Prinzip ist recht einfach: Im Rahmen der Nachbarschaftshilfe werden von den Mitgliedern Hilfen oder Waren in der internen Tauschbörsen-Zeitschrift angeboten und mit der Ersatz-Währung oder dem Punktsystem namens „Sandtaler“ verrechnet. Alle Vorgänge werden in einem Tauschheft mit gegenseitiger Unterschrift verbucht. Sechs Sandtaler entsprechen dabei in etwa dem Wert einer Arbeitsstunde.

So muss zum Bespiel jemand, der Hilfe bei der Gartenarbeit in Anspruch genommen hat, sich nicht direkt bei dem Gartenhelfer mit einer Dienstleistung revanchieren, sondern kann auch für ein anderes Mitglied der Tauschbörse aktiv werden und zum Beispiel das Fahrrad oder die Nähmaschine reparieren.

Wie Erich Schmidt. Der kann kaputte Haushaltsgeräte wieder zum Laufen bringen; dafür lässt er sich dann gerne von jemand anderem aus der Gruppe einen Kuchen backen. Hilke Arnold wiederum schreibt Gedichte für Geburtstage und andere Anlässe. Im Gegenzug hat sie kürzlich einen Fahrdienst in Anspruch genommen.

Jeder hilft jedem

„Der Kreativität bei den Hilfen und Dienstleistungen sind im Grunde keine Grenzen gesetzt“, sagt Manuela Mohr. Ob Hilfe beim Einkauf oder beim Befestigen der Gardinenstange, ob Haus hüten, Katze füttern oder mal ein Shuttleservice zum Facharzt in die Nachbarstadt oder zum Flugplatz, weil man selbst nicht mobil ist. Alles wird in Sandtalern verrechnet. „Gelegentlich werden auch Dinge getauscht oder verschenkt“, sagt Angela Hoffbauer. Bücher, die man gelesen hat. Kaffeeservices, weil man noch drei andere im Schrank stehen hat.

Verantwortlich geführt wird die Börse von Angela Hoffbauer. Die Tauschbörse ist vor allem ein soziales Projekt zur Stärkung des Ehrenamts und der sozialen Kontakte und arbeitet nicht gewinnorientiert, betont Manuela Mohr. Vor allem versteht sich die Tauschbörse nicht als Konkurrenz zum Handwerk vor Ort. Dafür seien die Hilfeleistungen viel zu unspektakulär.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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