JEVER /FRIESLAND „Wird uns Handwerkern auch geholfen, wenn wir in eine wirtschaftliche Schieflage kommen?“ Diese provokante Frage stellte der Obermeister der Elektro-Innung Friesland, Harry Kirschner, jetzt in einer Gesprächsrunde mit Vertretern der friesischen Innungen sowie Bundes- und Landespolitikern aus der Region. Für viele Handwerker sei es nicht nachvollziehbar, dass jetzt Milliarden in Banken und Großbetriebe gepumpt werden, das Handwerk und der Mittelstand in der Krise aber auf sich gestellt seien.

An dem Gespräch im Ausbildungszentrum der Kreishandwerkerschaft in Jever nahmen die Bundespolitiker Hans-Werner Kammer (CDU) und Karin Evers-Meyer (SPD) sowie die Landespolitiker Olaf Lies (SPD) und Karl-Heinz Bley (CDU) teil. Landesvorstandsmitglied Lübbo Meppen vertrat die FDP. Moderiert wurde das Gespräch von der Vorsitzenden der Unternehmerfrauen im Handwerk, Angelika Kirschner aus Hohenkirchen.

Rund 3000 Mitarbeiter

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Kreishandwerksmeister Helmut Rohlfs aus Sande betonte, dass die Handwerksbetriebe in Friesland rund 3000 Mitarbeiter und darunter mehr als 300 Lehrlinge beschäftigten. „Wir kommen unserer gesellschaftlichen Verpflichtung zur Berufsausbildung der jungen Menschen in der Region nach“, betonte Rohlfs.

Die Vertreter des friesländischen Fleischerhandwerks kritisierten immer höhere Anforderungen seitens der EU und immer mehr Bürokratie, die ihnen auferlegt werde. Zudem, so der Obermeister der Fleischer-Innung Thomas Schlimgen, hätten die Nahrungsmittelhandwerker mit den weiter steigenden Energiekosten zu kämpfen, die nicht mehr an die Kunden weitergegeben werden könnten.

Obermeister Thomas Eilers von der Innung des Bauhandwerks betonte, dass die Beschäftigten „mehr Netto in der Lohntüte“ bräuchten. Die steigenden Lohn-Nebenkosten machten gerade in der Krise immer mehr Betrieben zu schaffen. Auch die Kosten für Berufsgenossenschaften spielten hier eine Rolle.

Thema Schwarzarbeit

Auch das Thema Schwarzarbeit kam zu Sprache. „Warum werden bei Schwarzarbeit-Kontrollen immer nur die ordentlich gemeldeten Betriebe kontrolliert und nie die Garagenbastler?“, fragte Werner Magnus, Obermeister der Fahrzeugbauer-Innung. Olaf Lies versprach, das Thema im Landkreis anzusprechen.

Die Politiker betonten, dass Aufträge für Arbeiten, die mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket finanziert werden, nicht EU-weit ausgeschrieben werden müssen. Sie forderten die örtlichen Handwerker dazu auf, sich an den Ausschreibungen zu beteiligen. „Es wäre schön, wenn die Aufträge in der Region blieben“, lautete die einhellige Meinung.

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