Jever Die Silhouette der Spielplatzanlage an der Schlachte erinnert noch an das alte Hafenbecken – nur wenige Meter weiter hat sich jetzt bei Ausgrabungen ein Fenster in Richtung der maritimen Vergangenheit der Stadt Jever einen Spalt weit geöffnet: Bei Arbeiten in einer Baugrube an der Schlachte stieß ein Bagger auf Spuren des alten Hafens, welcher sich dort bis etwa 1870 befunden hatte und dann zugeschüttet wurde.

Gegenwärtig ruhen die Arbeiten auf der Baustelle deshalb zum Teil – für die kommende Woche wird ein Besuch von Archäologen des Landesinstitutes für Denkmalpflege erwartet. Die Fachleute werden Baugrube und Fundstücke in Augenschein nehmen, vermessen – und dann entscheiden, wann die Arbeiten auf dem gesperrten Teilstück fortgesetzt werden können.

Unter anderem wurde das über zwei Meter lange Seitenschwert eines historischen Plattbodenschiffs freigelegt. Auch Spuren, die auf einen Zubringer zu dem Hafenbecken schließen lassen, wurden gefunden. Über den Hafen wurden jahrhundertelang etwa die Produkte der hiesigen Mühlen vertrieben.

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Heino Albers, der Beauftragte für Archäologie beim Landkreis Friesland, hat den Fundbereich markiert. Seine Anwesenheit bei Grabungen ist eine Vorgabe des Bauamtes – Funde bei Bauarbeiten in Jever sind aufgrund der historischen Bedeutsamkeit der Stadt für die Region keine Seltenheit.

Ebenfalls bei den Ausgrabungen gefunden wurden alte Pfeifen, verschiedene Keramikteile, Scherben und Tierknochen. Albers’ Vermutung: „Als der Hafen zugeschüttet werden sollte, gab es möglicherweise einen Aufruf an die Bevölkerung, ihren Müll dort zu entsorgen.“

Dies sei früher durchaus üblich gewesen. „Bei Arbeiten im Bereich Kirchplatz und Altstadt-Quartier gab es ähnliche Funde“, so der Archäologe. „Man findet das hier unter vielen alten Häusern.“ Wertvolle Gegenstände seien hier nicht zu erwarten – außer im historischen Sinne.

Gemacht hat den Fund Baggerführer Hartmut Bruns. Bis zur Freigabe wird nun um das gesperrte Teilstück herumgearbeitet.

Im 10. und 11. Jahrhundert war Jever Seehafen und hatte unter anderem Zugang zur Jade. Im Laufe der Zeit versandeten aber viele der Zugänge, Eindeichungen sorgten später dafür, dass Jever heute Binnenland ist.

Über das Hooksieler Tief konnte der Schlachte-Hafen lange weiter von kleinen Schiffen angelaufen werden. Mit dem Ausbau befestigter Straßen von Jever nach Hooksiel verlor er aber zunehmend an Bedeutung. Heute erinnert nur noch das Spielschiff und die Silhouette der Spielplatzanlage an den Hafen.


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Tim Gelewski Agentur Hanz / Redaktion Jever
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