Jever Er witterte wohl das große Geschäft – und ging dann pleite: Seit rund drei Jahren steht die Immobilie an der Mühlenstraße 68 in Jever unmittelbar hinter dem Ortseingang leer. Inzwischen hat eine auswärtige Bank das Grundstück von dem insolventen Unternehmer aus Nordrhein-Westfalen erworben, der das Areal einst in der Hoffnung auf einen lukrativen Weiterverkauf erwarb.

Getan hat sich hier seit dem Auszug des letzten Mieters Reisemobile Rübsamen Anfang 2010 nichts mehr – vom ausuferndem Wildwuchs einmal abgesehen.

Besserung ist nicht in Sicht. Die Gründe sind vielfältig: Zum einen schränkt das Einzelhandelskonzept der Stadt Jever einen Mieter oder möglichen Käufer bei der Nutzung empfindlich ein. Lebensmittel, Bücher, Kleidung – „für die Innenstadt relevantes Gewerbe darf dort nicht angesiedelt werden“, wie Jevers Kämmerer Dietmar Rüstmann auf Nachfrage der NWZ  sagte. Gestattet seien hingegen der Handel mit Automobilen, Tiernahrung oder Möbeln.

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Weiteres Problem: Weil auf dem Gelände bis etwa zum Beginn der 1970er Jahre eine Tankstelle betrieben wurde, lagern immer noch drei Öltanks unter der Erdoberfläche.

Dazu gab es in den 1950er und 60er Jahren auf dem angrenzenden Areal in Richtung des Famila-Marktes, das in den vergangenen Jahren zunehmend verwilderte, eine „wilde“ Mülldeponie. Heiko Rübsamen, in den Jahren 2000 bis 2010 Mieter, erinnert sich: „Zur Straße hin gab es einen Jägerzaun – die Leute haben ihren Müll einfach dahinter entsorgt.“

Dietmar Rüstmann bestätigt dies. Allerdings habe die Stadt den Boden im Bereich der Tanks und der ehemaligen Müllablade-Stelle beprobt. Das Ergebnis: der Boden ist durch die Vornutzung beeinträchtigt – „allerdings nicht in einem gesundheitlich bedenklichen Maß“.

Allerdings müsste ein möglicher Käufer, wenn er denn bauen wolle, den Boden instand setzen. Dies sei mit erheblichen Kosten verbunden – wohl der Grund, warum der Eigentümer Gebäude und Gelände zusehends verkommen lässt.

An den Kosten scheiterten einst auch Pläne der Stadt Jever, hier neuen Wohnraum für Senioren zu schaffen. Nun will die Stadtverwaltung beim Eigentümer zumindest um Erlaubnis bitten, den regen Wildbewuchs zurückschneiden zu dürfen.

Tim Gelewski Agentur Hanz / Redaktion Jever
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