FRAGE: Warum ist es so schwer, für Lärmschutz in der Oldenburger Straße zu sorgen und worin bestände ein effektiver Lärmschutz?

KRAUSE-FISCHER: Die Schwierigkeiten in der Vergangenheit ergaben sich daraus, dass Politik, als auch Verwaltung offensichtlich nicht in der Lage waren, dieses Thema angemessen und sachgerecht zu bearbeiten. Das Bürgerbegehren ist seit mittlerweile sechs Jahren in der bis heute ergebnislosen Diskussion, und die Interessengemeinschaft Oldenburger Straße wurde mit immer wieder neuen Argumenten von der Unmöglichkeit einer befriedigenden Lösung hingehalten. Erst nach fünf Jahren konnten wir als Interessengemeinschaft die Angelegenheit so weit vorantreiben, dass die Stadt Varel nun als Untere Straßenverkehrsbehörde einen rechtsmittelfähigen Bescheid an uns erstellen wird. Leider ist eine außergerichtliche Lösung im Interesse der Bürger nach einer jahrelangen Dialogphase nicht in erreichbarer Nähe. Politik nimmt in Varel das bestehende Elend in der Vareler Verkehrsplanung offenbar gar nicht wahr. Lärmschutz und überörtlicher Schwerlastverkehr sind nicht nur eine Angelegenheit der Oldenburger Straße, sondern ein Thema für das gesamte Gemeinwesen. Fazit: Lärmschutz ist zunächst nicht ein Problem der möglichen Mittel, sondern muss erst einmal in den Köpfen von Entscheidungsträgern entstehen. Ein effektiver Lärmschutz bestünde in der Sperrung der Oldenburger Straße für Schwerlastverkehr über 3,5 Tonnen in beiden Richtungen, in der Dauerinstallierung einer Blitzanlage zur Überwachung der Tempo 30-Begrenzung für Lkw, der Verminderung der Attraktivität dieser Straße für Schwerlastverkehr durch die Installierung weiterer Ampeln für Fußgänger im Bereich des Friedhofs, des Jugendzentrums bzw. der Schule und des stadtauswärts liegenden Kindergartens.

FRAGE: Reicht ein Tempolimit aus, die Lärmbelastung für die Anlieger zu reduzieren?

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KRAUSE-FISCHER: Für eine Reduzierung der Lärmbelastung der Oldenburger Straße ist ein Tempolimit ein erster Schritt eines längeren Weges, der zu gehen ist. Es reicht – wie oben grundsätzlich ausgeführt – nicht aus, um eine dauerhafte und nachhaltige Lärmreduzierung zu erreichen.

FRAGE: Was wollen die Anlieger der Interessengemeinschaft tun, wenn der Lkw-Verkehr in der Oldenburger Straße nicht verboten wird?

KRAUSE-FISCHER: Neben der Prüfung rechtlicher Schritte als nächste Maßnahme – eine Klage behalten wir uns ausdrücklich vor – gibt es auch außerhalb von Politik und Juristerei Formen bürgerlichen Protests, der sich dann herausbildet, wenn die „Mächtigen und Parteien kein Ohr mehr für die Bedürfnisse der Leute haben“, wenn die Bedürfnisse von Bürgerinnen und Bürgern eines Gemeinwesens nicht mehr ernst genommen werden und keine Lösungen in Sicht sind. Daher wird dies dann mit den Anliegern der Oldenburger Straße und darüber hinaus zu entwickeln sein. Ich bin fest davon überzeugt, dass genügend kreatives Potenzial vorhanden ist, um alternative Protestformen auch in Varel zu entwickeln. Es geht hier schließlich um unser aller Lebensqualität in diesem Gemeinwesen und nicht nur einzig und allein um die Oldenburger Straße.

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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