Varel „Sehr schlecht“, so lautet das Ergebnis, das Biologie-Schüler des Lothar-Meyer-Gymnasiums der Strukturgüte der Nordender Leke ausstellen. Sie bewerteten nach ihrer Analyse das Teilstück nördlich der Papier-und Kartonfabrik entlang der Hellmut-Barthel-Straße mit einer „Sechs“. Untersucht wurde dabei die Abweichung der Breite und Tiefe der Leke vom Mittelwert, das Sohlesubstrat und der Längsverlauf.

Mitte Juli richteten Schüler der Grund- und Leistungskurse Biologie an der Nordender Leke zwölf Probestellen ein (NWZ  berichtete). Unter der Leitung von Lehrer Ihno Tamminga wurde dort in Anlehnung an offizielle Methodenstandards der Zustand des Gewässers überprüft. Nun liegen alle Ergebnisse vor.

Die Schüler setzten Messgräte ein. BILD: Gymnasium
Die Schüler setzten Messgräte ein. BILD: Gymnasium

Schüler gehen Leke auf den Grund

Großen Einsatz zeigten die Schüler beim Fangen und Bestimmen des Makrozoobenthos, also der am Gewässergrund lebenden Insekten. Mit Keschern fingen sie Bachflohkrebse, Egel, Mückenlarven und Köcherfliegen. Ein besonderer Fang war neben einigen Eintagsfliegenlarven, welche recht anspruchsvolle Bachbewohner sind, vor allem die Quappe der unter Naturschutz stehenden Knoblauchkröte.

„Die ehemals artenreichen Leken der Region leiden besonders unter dem zunehmenden Flächendruck, dem alljährlichen Ausbaggern und der vollständigen Begradigung der Bachläufe“, fasste Tamminga zusammen: „Wo früher Schleien und lachsartige Fische lebten, findet sich heute nur ein sehr vermindertes Artenreichtum.“

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Maren Rogge, Miriam Kant, Clemens Pauer und Eike Wibbeler unterstützten die Schüler bei der Erhebung von chemischen Güteparametern, wie dem pH-Wert, der elektrischen Leitfähigkeit und den Gehalten von Sauerstoff, Ammoniak, Phosphat und Nitrat. „Aufgrund der starken Regenfälle im Juni und Juli ergaben die chemischen Untersuchungen verhältnismäßig gute Werte“, sagte Tamminga. Am Ende stand eine 3,3 auf dem Zeugnis.

Der Bestand an Insekten weist zudem auf ein Gewässer mit zu hohen Nährstoffgehalten und zu geringer Fließgeschwindigkeit hin. „Besonders diese Punkte führen zu einem starken Pflanzenwuchs und einer verminderten Selbstreinigungskraft der Leke, so dass diese jedes Jahr aufs Neue im Zuge der Unterhaltung ausgebaggert wird“, sagte Tamminga.

Um die Leke zu schützen, schlugen die Schüler „eine Revitalisierung der Gewässerstruktur im vorhandenen Bett“ vor, „da der Gewässerquerschnitt der Leke auch bei Hochwasser nicht einmal zur Hälfte ausgenutzt wird“.

Hierbei wird ein schlängelnder und etwas verengter Gewässerlauf in das jetzige Bett gelegt, so dass bei Hochwasser noch der alte Querschnitt genutzt werden kann. „Diese Maßnahme würde neben deutlich besseren Lebensbedingungen an der Leke keinerlei Fläche benötigen“, betonte Tamminga.

Olaf Ulbrich Kanalmanagement (Ltg.) / Redakteur
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