Schortens Nach der geplatzten außerordentlichen Sitzung des Schortenser Planungsausschusses in der vergangenen Woche, den Vorwürfen der SPD und auch FDP an die ferngebliebenen Ratsfraktionen und der Antwort der CDU und der Grünen, die keine besondere Dringlichkeit der außerordentlichen  Sitzung erkannten, geht die Hängepartie am Grön Winkel vorerst weiter.

60 Prozent begrünt

Wie berichtet, wollen Investoren die Fläche, auf der der bis vor rund einem Dreivierteljahr noch die Brandruine der einstigen Wohnanlage Grön Winkel stand, mit einer Wohnresidenz am Rathaus neu bebauen. Lange hat es gedauert, bis sich ein Investor fand, der die Fläche erworben und seine Pläne dafür vorgestellt hat.

Der Landkreis hat dem Vorhaben mittlerweile zugestimmt und die Pläne genehmigt, nun fehlt für den Baubeginn nur noch das Plazet der Schortenser Politik.

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Für die Grünen hatte sich deren Fraktionssprecher Wolfgang Ottens nun noch zu Wort gemeldet und erklärt, dass sie die Aufgeregtheit des Bürgermeisters und der SPD/FDP-Gruppe zur nicht beschlussfähigen Sitzung nicht verstehen können. „Wir haben haben am 6. Juli dem Bürgermeister und den Fraktionssprechern aller anderen Fraktionen schriftlich mitgeteilt, dass es uns urlaubsbedingt nicht möglich ist einen Ausschussvertreter zu entsenden.“

Auseinandersetzung

Wenn jetzt seitens der SPD und FDP von Boykott gesprochen werde, habe das mit ernsthafter politischer Auseinandersetzung nur wenig zu tun. „Bisher war es im Schortenser Rat gute demokratische Gepflogenheit, wenn mehrere Fraktionen zu einem Termin nicht können, sich gemeinsam auf einen neuen zu verständigen. Oder war das nicht möglich weil jetzt der Bürgermeister im Urlaub ist?“

„Ich bedauere es sehr, dass es von zwei Ratsfraktionen als Eile empfunden wird, eine schon längst überfällige Baugenehmigung zu erwarten“, kommentiert Architekt Frank Schumacher, auch als Sprecher der Investoren, die Vorgänge in Schortens.

Vorgaben gefolgt

Dieses Projekt habe sich im Zuge des Baugenehmigungsverfahrens, aber auch aus den Ergebnissen der Vertriebsaktivitäten dahingehend entwickelt, dass durch Zusammenlegungen von Grundrissen auch dem Bedarf entsprechend größere Wohnungseinheiten mit angeboten werden können, so Schumacher. „Damit sind wir den Vorgaben des Investors gefolgt und haben bereits dreifach umgeplant.“

Die Kubaturen des Projektes waren bereits mit Vorentwurf abgesteckt, erläutert der Architekt. Es war das Ziel, einen verkehrsberuhigten Innenhofcharakter für Wohnen und Schlafen zu schaffen und diese Zone nicht mit Pkw zu befahren. Aus diesem Grunde habe sich der Investor für eine Tiefgarage entschieden. „Diese Tiefgarage treibt natürlich die Geschossflächenzahl nach oben obwohl sie zu 60 Prozent begrünt und nicht überbaut ist“, so der Architekt.

Brandschutznachweis

Der Befreiungsantrag sei bei der baugenehmigenden Baubehörde nach Anpassung des Baukörpers gestellt worden. Der Brandschutznachweis wurde erarbeitet und liege nunmehr in geprüfter Planvorlage vor.

„Die Investoren brauchen Rechtssicherheit über den wirtschaftlichen Nachweis zu erzielender Wohnflächen aber auch über eine längst überfällige Baugenehmigung“, so Schumacher. „Stillstand bedeutet auf dem Markt Investitionsverlust – und genau deswegen müssen wir jetzt starten. Ohne Baugenehmigung keine Verträge, keine Terminplanung kein zwingender Baubeginn um den schwierigen Projektteil Tiefgarage in der Sommerzeit zu realisieren.“ Dies wäre im Interesse des Projektes und der verunsicherten Kaufinteressenten sehr wichtig gewesen, ein Signal des Projektstarts zu geben. Wenn man das als Eile bezeichnen will verliert man die Chance für Schortens einen Investor zu begeistern.

50 Eigentumswohnungen

Wie es mit dem Projekt weitergeht – dazu mag sich Schumacher (noch) nicht äußern. „Die Frage müssen diejenigen beantworten, die das allgemeine Interesse der Bürger durch Fernbleiben wichtiger Entscheidungsaspekte für die Zukunft unterbrechen und dadurch weitere Verzögerungen verursachen“, so der Planer. Bei den Investoren gelte dies als Desinteresse der Stadt.

Am Grön Winkel sollen mit der „Wohnresidenz am Rathausviertel“ insgesamt 50 Eigen­tums­wohnungen inklusive Tiefgarage entstehen. Nach Angaben Schumachers gebe es für die Hälfte der Wohnungen bereits Kaufinteressenten.

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Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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