Schortens Wie und wann geht es eigentlich weiter mit der geplanten „Wohnresidenz am Rathausviertel“ an der Oldenburger Straße in Schortens? Die Fläche, auf der bis zum Herbst vergangenen Jahres die Brandruine der Wohnanlage Grön Winkel stand, wurde vor Monaten abgeräumt und eingezäunt – seitdem hat sich dort nichts mehr getan.

Grön Winkel

Ostermontag 2014 hatte ein Blitz in die Fotovoltaikanlage der aus den 90er Jahren stammenden Wohnanlage Grön Winkel eingeschlagen und die Anlage in Brand gesetzt. 36 Wohnungen wurden unbewohnbar, 43 Mieter verloren ihr Zuhause. Dreieinhalb Jahre lang stand die Brandruine im Ort. Im vergangenen Jahr wurde das Grundstück verkauft und die Überreste abgerissen.

„Wir stehen planungsseitig kurz vor der Ausreichung der Baugenehmigung“, sagt Ar­chitekt Frank Schumacher aus Düsseldorf auf Nachfrage der NWZ. Sein Ingenieurbüro hat das städtebaulich ansprechende Objekt für den Investor Terra Projektgesellschaft geplant.

Höher als das Rathaus

Wie berichtet, soll auf der Fläche des ehemaligen Grön Winkel eine neue Wohnanlage mit insgesamt 50 Wohnungen inklusive der Apartments entstehen – erste Planungen sahen noch 59 Wohnungen vor. „Wir haben bei den Verkaufsgesprächen und Präsentationen vor Ort gemerkt, dass bei den Interessenten Bedarf auch an größeren Wohnungen besteht“, sagt Schumacher. Deshalb erhalten einige Wohnungen nun einen größeren Zuschnitt mit Wohnflächen bis 105 Quadratmeter.

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Die „Wohnresidenz am Rathausviertel“ schließt eine Baulücke im Ortskern. Geplant ist dort „Wohneigentum für Jung und Alt in einer Wohlfühlanlage mit Innenhofgarten, Terrassen, Balkonen und Tiefgarage“.

Die Wohnresidenz am Rathausviertel wird laut Architekt Schumacher 12,50 Meter hoch – Oberkante Dach. Das ist etwas höher als das benachbarte Rathaus, aber niedriger als der direkt an der Oldenburger Straße vor etwa drei Jahren entstandene gut 15 Meter hohe Neubau.

Die geplante Wohnresidenz ist am Donnerstag, 19. Juli, auch Thema im Ausschuss Bauen, Planen und Umwelt. Darin geht es um einen Antrag der Planer und Investoren, die für ihr Bauvorhaben eine Befreiung von der im städtischen Bebaungplan festgesetzten Grundflächenzahl und Geschossflächenzahl beantragt haben. Beides sind Angaben über das maximal zulässige Maß der baulichen Nutzung des Grundstücks. Und beides wird mit der Wohnresidenz überschritten, die Zahl der erforderlichen Stellplätze hingegen unterschritten. Die Politik muss daher das so genannte Einvernehmen herstellen.

Die Überschreitung der Grundflächenzahl wird durch die geplante Tiefgarage verursacht. Diese sei optisch und städtebaulich hilfreich, da der Großteil der Stellplätze unterirdisch und somit nicht sichtbar ist, so die Planer der Wohnresidenz.

Die Zahl der Vollgeschosse wird ebenfalls überschritten. Es handelt sich nicht um drei Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss, sondern um vier Vollgeschosse. Die Höhe des Gebäudes von 12,50 Meter werde dadurch nicht verändert. Es handele sich lediglich um eine Anpassung der Berechnung, so Schumacher.

Aus Sicht der Stadt unproblematisch ist auch die Unterschreitung der geforderten Kfz-Stellplätze. Grundsätzlich wird im Landkreis Friesland ein Stellplatzschlüssel von 1,5 Plätzen je Wohnung gefordert. Bei 50 Wohnungen wären das 75 Stellplätze. Die 59 geplanten Stellplätze liegen im Rahmen, da die Investoren die Wohnungen überwiegend an ältere Menschen verkaufen wird, die mit hoher Wahrscheinlichkeit nur über ein Fahrzeug verfügen. Hinzu komme die gute Innenstadtlage, so dass für einige Bewohner wahrscheinlich kein Pkw benötigt wird.

Gut 18 Monate Bauzeit

Die Befreiungen seien städtebaulich vertretbar, sagt die Stadt. Auch unter Würdigung nachbarlicher Interessen sei das alles mit den öffentlichen Belangen zu vereinbaren.

Schumacher rechnet kurzfristig mit dem Baubeginn: „Vorbereitetende Maßnahmen wie die Grundwasserabsenkung und das Ausheben der Baugrube starten in Kürze, der Tiefbaubeginn ist für Anfang September geplant.“ Die Bauzeit bis zur Fertigstellung ist mit 18 Monaten kalkuliert. Heißt: Im Frühjahr 2020 sollte die neue Wohnanlage stehen. „Wir bauen in drei Abschnitten“, so Schumacher. Bei der U-förmig angelegten Wohnresidenz könnte der erste Abschnitt in etwa einem Jahr fertig sein. Die rechtwinklig zueinander stehenden drei Gebäudeteile sind untereinander mit Treppenhäusern verbunden. Insgesamt viel Glas, viel Licht und viel Grün fließen in die Architektur ein.

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Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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