Sande Die Gemeinde Sande plant, die aus dem Jahr 1986 stammenden Vorschriften zum Aufbringen von Gülle auf landwirtschaftlichen Flächen zu überarbeiten und teilweise zu lockern.

Unter anderem soll Landwirten ab 1. August erlaubt sein, samstags sowie an den Tagen vor Feiertagen den sogenannten Flüssigmist auf die Felder zu bringen. Auch die Abstände um Bebauungsplangebiete sind nach Auffassung der Verwaltung nicht mehr zeitgemäß und sollten verringert werden. Ebenso wie die Formulierung, dass beim Ausbringen der Gülle der Himmel zu 70 Prozent bedeckt sein muss.

Meinungen hören

Mit der Neufassung der „Verordnung gegen Geruchsbelästigung durch das Ausbringen von Flüssigmist (Gülle)“ hat sich jetzt der Sander Ausschuss für Planen, Bauen und Umwelt befasst. Beschlossen wurde am Ende noch nichts – außer, dass man zuvor mit den Landwirten sprechen und deren Meinung hören wolle.

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Ziel der Verordnung ist ein Ausgleich zwischen den Interessen der Wohnbevölkerung, die sich von den Gerüchen der Gülle oft belästigt fühlen, einerseits und den Interessen der Landwirtschaft, die ihre Böden mit Nährstoffen versorgen müssen, anderseits. Laut Fachbereichsleiter Hans-Hermann Tramann von der Gemeinde Sande berücksichtigt der von der Verwaltung vorgestellte Entwurf die aktuellen bodennahen Techniken der Gülleausbringung. Geruchsbelästigungen seien beim Ausbringen von Gülle heute immer weniger ein Thema. „Das können wir nicht mehr mit den 1980-er und 90-er Jahren vergleichen“.

„Das geht zu weit“

Damals wurde Gülle noch sehr ortsnah aufgebracht und in einer Menge, die heute nicht mehr zulässig ist.

Dennoch: Angela Hoffbauer (SPD) gingen die vorgeschlagenen Lockerungen zu weit. Sie sprach sich dafür aus, dass das Ausbringen von Gülle an Samstagen und vor gesetzlichen Feiertagen weiterhin nicht zulässig sein soll.

Peter de Boer (CDU) schlug vor, vor einer Änderung mit den betroffenen Landwirten und Bürgern zu sprechen. Dem schloss sich auch Kirstin Pöppelmeier (Grüne) an. Allerdings sieht sie die „zeitgemäßen Anpassungen“ als Schritte, die in erster Linie den Landwirten entgegenkommen.

„Nicht schlüssig“

Für Frank David (FDP) sind viele Punkte der neu zu fassenden Verordnung „nicht klar und schlüssig“. Auch er sieht noch viel Diskussionsbedarf mit dem Landvolk. Außerdem sei nicht deutlich, wie die Gemeinde Verstöße ahnden wolle.

Kreislandwirt Hartmut Seetzen freute sich über das Angebot eines Dialoges mit der Landwirtschaft. Seetzen sieht eine durch die neuen Spritztechniken bereits deutlich verringerte Geruchsbelästigung.

Gerade im Frühjahr sei das Güllen wegen des Wetters schwierig. „Dann ist der Samstag wirklich oft ein rettender Tag“, sagt Seetzen.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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