Sande Was passiert eigentlich mit der Anbindung an den Nahverkehr von Sanderbusch, wenn dort ab 2022 der Haltepunkt der Nordwest-Bahn wegfällt?

Ein lediglich nachrichtlicher Hinweis im neuformulierten Nahverkehrsplan des Landkreises Friesland zu einem geplanten Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) beim Nordwest-Krankenhaus Sanderbusch ist der Gemeinde Sande zu wenig. „Das Bauvorhaben muss viel verbindlicher formuliert und festgehalten werden“, forderte Klaus Oltmann, Allgemeiner Vertreter des Sander Bürgermeisters, in der Fachausschusssitzung für Straßen, Wege und Feuerlöschwesen in dieser Woche in Sande. Der Ausschuss ist auch für die örtliche Verkehrsplanung zuständig.

Starke Frequenz

Und der Öffentliche Personennahverkehr in Sande könnte ab Ende 2021 ein Problem bekommen, wenn im Zuge der dann fertiggestellten Bahnumfahrung Sande die alte Strecke durch den Ort stillgelegt wird und somit auch der Haltepunkt bzw. das Bahnhöfchen in Sanderbusch wegfällt. Das ist aber vor allem für Mitarbeiter, Patienten und Besucher des Nordwest-Krankenhauses von großer Bedeutung. Hier steigt jeder ein und aus, der zum Krankenhaus will.

Frieslands Landrat Sven Ambrosy hatte kürzlich schon darauf hingewiesen, dass man das Thema auf der Agenda hat – schon deshalb, weil die Erreichbarkeit des Krankenhauses mit ein Auslöser war, die Bahnumfahrung überhaupt zu planen und zu bauen. Die Verbindung von und zum Nordwest-Krankenhaus Sanderbusch werde eine der wichtigsten Hauptlinien sein, erklärte Ambrosy (die NWZ berichtete).

Genau deshalb müsse das auch im neuen Nahverkehrsplan ausdrücklich festgehalten werden, hieß es jetzt im Sander Fachausschuss, in dem es nun im öffentlichen Beteiligungsverfahren um die Stellungnahme der Gemeinde ging. Die Ratsmitglieder teilten fraktionsübergreifend die Auffassung ihrer Gemeindeverwaltung, auf den dringenden Handlungsbedarf eines neuen ZOB für Sanderbusch hinweisen zu müssen.

In der Zufahrt zum Krankenhaus gibt es aktuell nur zwei Haltestellen. Vorgesehen für einen Ausbau zum ZOB ist eine barrierefreie Haltestellenanlage, die auch groß und übersichtlich genug ist für Begegnungsverkehr. Wo genau auf dem Krankenhausgelände der neue ZOB entstehen kann, werde bereits geprüft. Zwei Jahre und vier Monate bleiben für Planung und Bau, wenn alles zeitlich nahtlos ineinandergreifen soll.

Ausbau von Haltestellen

Grundsätzlich stimmten die Ratsvertreter im Sander Fachausschuss dem Nahverkehrsplan des Landkreises zu. Ziel dieses Plans ist, den Nahverkehr nicht mehr nur – wie bisher – überwiegend auf den Schülerverkehr auszurichten, sondern so zu verbessern und Bus- und Bahnanschlüsse und Fahrzeiten so zu verzahnen, dass er für die Bürger und Besucher der Region eine echte Alternative zum Individualverkehr wird.

Dazu gehört auch der Ausbau von zentralen Haltestellen. In Schortens ist das beispielsweise bereits an der IGS am Mühlenweg und im vergangenen Jahr an der Beethovenstraße sowie in Hohenkirchen an der Oberschule passiert. Auch in Sande sollen der Ausbau der Haltestellen am Schulzentrum Falkenweg und eben auch beim Krankenhaus folgen. Bereits modernisiert und ausgebaut ist der Busbahnhof beim Bahnhof Sande – dem zentralen Umsteigepunkt für Bahnreisende.

Für alle, die bislang in Sanderbusch aus- und zugestiegen sind, werde die Qualität der Anbindung auch ab 2022 erhalten bleiben, heißt es beim Landkreis.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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