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Sande Es ist immer wieder schön, anderen Menschen eine Freude zu machen. Deshalb mag Edith Wahnbaeck ihre ehrenamtliche Arbeit so sehr. „Aber auch, weil ich schon als Kind Verkäuferin sein wollte – das macht mir unglaublich viel Spaß“, fügt sie lachend hinzu. Die 68-Jährige ist eine von insgesamt zehn Mitarbeitern im „Laden am Torbogen“ in Sande. Das soziale Kaufhaus wird an diesem Dienstag ein Jahr alt.

Ein Jahr – in dem schon einiges passiert ist. „Wir erleben hier immer wieder schöne Momente“, sagt Edith Wahnbaeck. „Vor allem, weil viele Menschen gar nicht wissen, dass wir keine kleine und einfache Kleiderkammer sind – und sich dann darüber freuen, was sie hier alles finden.“

Das soziale Kaufhaus

„Laden am Torbogen“, Breslauer Straße 19, feiert eine Woche Geburtstag: Jeder darf sich in der Zeit ein Teil kostenlos aussuchen. Der Laden hat montags bis freitags von 9 bis 12 sowie (außer mittwochs) von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Für die Nachmittage werden noch ehrenamtliche Helfer gesucht. Infos: Im Laden oder bei Edith Wahnbaeck, Tel. 0151/54 64 62 82.

Helfer werden gesucht

Denn der Laden am Torbogen ist inzwischen so gut ausgestattet, dass die Mitarbeiter froh sind, ein riesiges Lager zu haben. „Nur an ehrenamtlichen Helfern fehlt es uns noch – vor allem für die Nachmittagsstunden.“ Ansonsten gibt es hier beinahe alles, was das Herz begehrt: Schuhe, Taschen, Hosen, T-Shirts, Blusen, Pullover, Jacken, Mäntel, aber auch: Spielsachen für Kinder oder Möbel. Und das alles zum niedrigen Preis.

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„Die Idee des sozialen Kaufhauses ist aus dem Kleiderbad entstanden“, erzählt Edith Wahnbaeck. Vor einigen Jahren kamen viele Flüchtlinge nach Sande und die Integrationslotsen wollten mit einer Erstausstattung helfen. „Sie hatten ja nichts, als sie hier her kamen. Nur das, was sie am Leib trugen.“ Eingerichtet wurde alles in der Halle des früheren Lehrschwimmbeckens – deshalb der Name „Kleiderbad“.

Baurechtliche Probleme hatten aber dafür gesorgt, dass das Projekt in dieser Form nicht fortgesetzt werden konnte. „Wir Integrationslotsen wollten das aber nicht einfach aufgeben“, sagt Edith Wahnbaeck. Schnell war klar: es sollte ein Nachfolgeprojekt geben – der Laden am Torbogen entstand in leerstehenden Räumen. Erster Verkaufstag: 22. Mai 2017.

Mit der Änderung des Namens und der Räume hat sich auch das Konzept ein wenig geändert: Nun sollte der Laden für jeden offen stehen. Jeder sollte hier gut erhaltene und gespendete Kleidung und vieles mehr erwerben können, eine Änderungsschneiderei gibt es auch – und das ganze Angebot zum kleinen Preis.

Projekt wird ausgenutzt

„Manchmal wird genau dieses Angebot allerdings auch ausgenutzt“, sagt Edith Wahnbaeck traurig. Schon oft ist es vorgekommen, dass Händler günstig einkaufen und alles teuer weiterverkaufen wollten. „Aber inzwischen achten wir schon sehr gut darauf.“ Dennoch: Schade, dass das soziale Projekt derart ausgenutzt wird, finden alle Mitarbeiter es schon.

„Das ist nicht der Sinn der Sache“, betont Edith Wahnbaeck. Dinge kostengünstig verkaufen, das allein aber auch nicht: „Derzeit haben wir drei Praktikantinnen, die uns nicht nur helfen, sondern mit denen wir nebenbei auch noch Deutsch üben.“

Die drei Praktikantinnen sind nämlich Flüchtlinge, die seit ein bis zwei Jahren in Deutschland leben, bisher aber aufgrund ihrer Schwangerschaft und ihres Aufenthaltes im Krankenhaus nicht an den Deutschkursen teilnehmen konnten. „Jetzt üben wir fleißig mit ihnen“, sagt Edith Wahnbaeck – und das immer zwischendurch, neben dem Verkaufen, das sie so unglaublich gerne mag.

Antje Brüggerhoff Agentur Hanz / Redaktion Jever
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