Ruttel Am Pfingstmontag wurde der Arbeitsplatz von Peter Egenhoff von zahlreichen Ausflüglern besucht. Egenhoff ist Müller und öffnete die Rutteler Mühle anlässlich des offiziellen Deutschen Mühlentages. Und in der Rutteler Mühle kann leicht der Eindruck entstehen, die Zeit sei stehengeblieben.

Sie entstand zu einer Zeit, in der Windmühlen zum charakteristischen Gesamtbild eines Dorfes gehörten. Im Jahre 1865 wurde der Galerieholländer am Ortsrand von Neuenburg erbaut und ragt seitdem mit seinen 25 Metern Höhe weit über das Land der Friesischen Wehde.

Lokführer Georg Gödjen grüßt freundlich.Die ehemalige Torfbahn fährt in Ruttel nur an Pfingsten. BILD: Gösta Berwing
Lokführer Georg Gödjen grüßt freundlich.Die ehemalige Torfbahn fährt in Ruttel nur an Pfingsten. BILD: Gösta Berwing

Mit dem Mühlenexpress ganz bequem über das Gelände fahren

Seit 1932 betreibt die Familie Egenhoff die Rutteler Mühle – heute in der dritten Generation. Neben dem Müllerhandwerk gilt das Interesse der Mühlentechnik. Auf dem Gelände ist ein kleiner Mühlenpark aufgebaut mit originalgetreuen Nachbauten.

Seit 1996 umrundet eine ehemalige Torfbahn das Mühlengelände. „Immer an Pfingsten nehmen wir die sechs Stundenkilometer schnelle Bahn in Betrieb“, berichtete Georg Gödjen, der seit zwölf Jahren hier Lokführer ist: „Nur bei Regen geht es nicht, dann kommen wir den kleinen Hügel nicht hoch.“

Auch in diesem Jahr wollten vor allem die kleinen Besucher mit der Bahn von ihm hin- und herfahren lassen. Ein buntes Rahmenprogramm rundete das Geschehen bei der Rutteler Mühle am Pfingstmontag ab.

Der Müller hält die 21 Meter langen und 2,10 Meter breiten Flügel in Schwung. Mit Hilfe der Windkraft wird in Ruttel Getreide frisch gemahlen, geschrotet oder gequetscht – und zugleich ein Sägewerk betrieben. Die Rutteler Mühle ist eine der wenigen Windmühlen Deutschlands, in der noch Holz mit Windkraft gesägt wird.

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Die heute genutzte Säge wurde 1950 in Berlin gebaut und verrichtet immer noch ihre Dienste. Der 90-jährige Senior-Chef der Rutteler Mühle Willi Egenhoff steht manchmal selbst noch an der Gattersäge, einer monströsen Apparatur aus sich bewegenden Riemen, Rädern, einem Sägeblatt und einer Art Schlitten auf Schienen, der die Stämme durch die Säge führt.

Über Zahnräder und Transmissionsriemen kommt die Windkraft von den Flügeln bei der Säge an. Während die Säge meist für kleiner Einzelaufträge genutzt wird, ist die Mühle regelmäßig in Betrieb. An etwa 200 Tagen im Jahr kann Peter Egenhoff die Windenergie voll nutzen. „Im Sommer kann es schon mal ganz windstille Wochen geben, ebenso im Winter“, weiß der Müller.

Gut seien vier bis sechs Windstärken. „Dann läuft die Mühle gut“, sagt er. „Bei sechs bis acht Windstärken kann beides zusammenlaufen, das Mahlwerk und das Sägewerk.“ Bei mehr als acht Windstärken muss er die Mühle aber stoppen. „So viel Kraft ist nicht mehr zu bändigen: Wenn sich die Windkraft verdoppelt, quadriert sich die Kraft der Mühle. Das geht bis ins Unermessliche hinein“, betont er.

Etwa 500 Tonnen Mehl im Jahr produziert er hier auf traditionelle Art. Das frische Mehl wird von Bäckereien in Grabstede, Wilhelmshaven oder Oldenburg genutzt. Auch bei den Neuenburger Backtagen wird es zu schmackhaften Backwaren verarbeitet.

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