Ruttel /Driefel Nach den großen öffentlichkeitswirksamen Treckerdemos in Oldenburg, Hamburg und Berlin machten Landwirte in ganz Deutschland am Samstagabend unter dem Slogan „Lieber Verbraucher – noch gibt es uns“ mit Mahnfeuern auf ihre Lage aufmerksam. Auch auf Äckern in Driefel und Ruttel loderten die Flammen und lockten Neugierige zu den vermeintlich verfrühten Osterfeuern.

So kamen die Landwirte mit den Nutzern ihrer Produkte ins Gespräch. „In der Politik hat sich seit den Demos nicht viel gerührt“, sagte Landwirt Harm Langediers. Seine Frau Heike ergänzte: „Wir möchten, dass die Menschen die Nöte und Ängste der Bauern verstehen.“

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Während vor etwa 60 Jahren rund drei Milliarden Menschen auf der Erde ernährt werden mussten, sind es heute fast acht Milliarden. Darum musste sich auch die Landwirtschaft verändern. Hinzu kam der weltweite Handel und der Verbraucherwunsch nach „immer billiger“, so die Landwirte. Während damals gut die Hälfte des Einkommens für Lebensmittel ausgegeben wurden, seien es heute in Deutschland zehn Prozent.

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Die Preise für Agrarerzeugnisse richten sich nach dem Weltmarkt. Das sei für die regionalen Bauern ungünstig. „Und ständig kommen neue Gesetzte hinzu – manchmal ohne Praxisbezug und ohne wissenschaftlichen Hintergrund“, schimpfte Heike Langediers. Ihr Mann meinte: „Wir können zum CO2-Problem beitragen, denn unsere Pflanzen speichern CO2 und produzieren Sauerstoff.“

Kämpferisch gab sich auch Fredo Eilers. „Wir wollen keine überstürzten Gesetzte, sondern nachhaltige. Wir lassen uns nicht für Natur- und Umweltschutz opfern“, sagte er. Mit ihren vor- und nachgelagerten Betrieben sei die Landwirtschaft eine starke Wirtschaftsmacht. „Wenn das den Bach runtergeht, ist es auch für unsere Region schlecht“, ist sich Wilhelm Eden sicher: „Doch das scheint dem Verbraucher egal zu sein, dann kommt das Essen eben aus anderen Ländern, die nicht die deutsche Bürokratie und Qualitätsstandards haben.“

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Ob Obstbauer oder Schafzüchter, viele waren beim Mahnfeuer dabei, denn sie wissen nicht, wie es weitergeht. „Der Politik fehlt der Mut, den Tatsachen ins Auge zu sehen“, sagte Hergen Haschen und kündigte weitere Aktionen an.

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