SILLENSTEDE Wie sieht die Zukunft der Arbeit in der Region aus? Darüber diskutierten Lutz Bauermeister, Geschäftsführer des Allgemeinen Wirtschaftsverbands, Prof. Dr. Jürgen Petzold von der Jade Hochschule, Markus Bulla, Sparkasse Wilhelmshaven und Pastor i. R. Dieter Qualmann unter Leitung von NWZ -Redakteur Jürgen Westerhoff in der Abschlussveranstaltung der Sillensteder Gespräche.

Ausgleichende Demografie

Klar, nüchtern und auch provozierend eröffnete Lutz Bauermeister die Diskussion mit der Aussage: „Sinn und Zweck eines Unternehmens ist, Gewinne zu machen. Ein Unternehmer muss seine Arbeitnehmer so beschäftigen, dass er in der Gewinnzone bleibt.“ Auch auf Nachfragen Westerhoffs, ob es nicht doch höherwertige Zielsetzungen für Unternehmer gebe, blieb Bauermeister bei dieser Grundthese.

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Gerade weil das so sei, setzte Dieter Qualmann entgegen, brauche der Arbeitsmarkt Regularien. Ein 400-Euro-Job sei gut für einen Rentner, der sich etwas dazu verdiene, aber es sei moralisch nicht vertretbar, Menschen Vollzeit zu beschäftigen, ohne dass sie von ihrem Lohn leben können und ihr Einkommen durch Staatshilfe aufstocken müssten. Das werde künftig die Altersarmut verstärken und könne zu einer – auch für Unternehmer – gefährlichen sozialen Schieflage unserer Gesellschaft führen.

Für die Region, da war sich die Runde einig, sei langfristig ein Rückgang an Arbeitsangeboten zu erwarten, der durch den Bau des Jade-Weser-Ports lediglich abgeflacht werde. Besonders deutlich sei das, so Bauermeister, jetzt schon im produzierenden Gewerbe sichtbar. Aufsteigend sei die Tendenz lediglich im Bereich Logistik und Hafenwirtschaft.

Dennoch werde diese Entwicklung für Arbeitnehmer wegen der demografischen Entwicklung positive Folgen haben. Das bestätigten sowohl Jürgen Petzold als auch Markus Bulla. Im Bereich der Sparkasse sei es heute schon schwierig, gut qualifiziertes Personal zu finden. Man versuche durch Familienfreundlichkeit und nachhaltigen Einsatz gute Kräfte an das Unternehmen zu binden. Auch an der Jade Hochschule sei man regional ausgerichtet und arbeite mit dualen Studiengängen eng mit der Wirtschaft zusammen, auch um ‚Know How‘ in der Region zu halten.

Dienstleistung als Jobmotor

„Was sind die ,Bringer‘ in der Region?“ Zur Abschlussfrage von Jürgen Westerhoff gab es eine lange Liste der Stärken: Forschung und Entwicklung, Mittelstand, Dienstleistungsgewerbe, Telearbeit, Tourismus bis hin zu den ungenutzten Chancen, die der Südstrand und der Banter See in Wilhelmshaven bieten. Was fehle, sei ein gemeinsames, einvernehmliches Konzept, das Stärken und Schwächen der Region so entwickle, dass es den Menschen langfristig zu Gute komme.

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