VAREL Von außen wirkt es wie eine kleine Burg – roter Backstein, Zinnen und Türmchen. Innen ist es grau, auf Treppen, die mit Linoleum überzogen sind, kommt man nach oben zum großen Sitzungssaal.

Praktikantin im Gericht

Dort verhandelt das Schöffengericht gegen einen 18-Jährigen. Er hat eine Tüte Süßigkeiten im Supermarkt geklaut. Das kann ihn seine Bewährung kosten. Denn der Jugendliche ist vorbestraft. Theresa Eilers und Leonie Etzold sind dabei, als das Urteil gegen den Straftäter gesprochen wird. „Er hat mir schon ein bisschen leid getan“, sagt Theresa. Sie ist Praktikantin im Amtsgericht.

Es ist Zukunftstag und Theresa ist eine von mehr als 150 jungen Schülerinnen und Schülern, die am Donnerstag nicht im Klassenzimmer, sondern im wirklichen Leben waren. „Es ist nicht wirklich mein Traumberuf“, sagt Jessica Müller. Sie würde viel lieber Köchin werden. Jessica Müller arbeitet an diesem Tag in der Ambulanz des Johannes-Hospitals.

Die Ambulanz trägt blau

„Mal sehen, was die Zukunft bringt“, sagt sie. Die 14-Jährige trägt eine blaue Bluse, eine blaue Hose. Oben im Operationssaal des Sankt- Johannes-Hospitals trägt Anna-Lena Hasselder grün. „Im Notfall kann man das schnell unterscheiden“, erklärt sie.

Zukunftstag ist vor allem auch Orientierungstag. „Ich kann mir vorstellen, später als Bewährungshelferin zu arbeiten“, weiß Theresa Eilers nach dem Tag im Amtsgericht. Leonie Etzold will lieber Lektorin in einem Buchverlag werden. „Das wird nicht einfach, aber es ist mein Traum.“

Im Johannes-Hospital erklärt Schwester Anika Rull im Schockraum, wie Patienten hier nach der Einlieferung versorgt werden. Anna-Lena Hasselder kann sich vorstellen, OP-Schwester zu werden. „Hier ist viel Stress“, lacht sie. Das sei anders, als wenn man im Unterricht sitze. „Auf jeden Fall ist es hier spannender“, sagt die Schülerin.

Im Flur des Amtsgerichts vor dem Sitzungssaal warten Zeugen in der Strafsache gegen den 18-Jährigen, der in der Bewährung zum Ladendieb wurde. Die Stimmung ist gedrückt. „Das Diebesgut hatte nur einen Wert von etwas mehr als einem Euro“, weiß Theresa Eilers.

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