Varel Varel hat im Landkreis Friesland die meisten Plätze in der stationären Altenpflege. Von Pflegenotstand ist in den vier Häusern Simeon und Hanna (104 Plätze), Sankt-Marien-Stift (75 Plätze), Altenheim Langendamm (69 Plätze) und To Huus (31 Plätze) noch nicht die Rede. Gleichwohl wird es schwieriger, qualifiziertes Fachpersonal zu bekommen.

Die Pflegedienstleiterin des Simeon und Hanna, Elke Teipel, nimmt kein Blatt vor den Mund: „Jeder Politiker sollte vier Wochen Praktikum im Altenheim machen; dann hätten wir bestimmt eine andere Gesetzgebung und damit mehr Personal.“ Ein Problem sei, dass viel zu viel dokumentiert werden müsse.

Auch Friedhelm Michaelis, der Leiter des Altenheims Langendamm, kritisiert das Land. „Von den alten Bundesländern hat Niedersachsen die niedrigsten Pflegesätze und damit die schlechteste Bezahlung.“ Den Grund sieht er im hohen Anteil an privaten Pflegeeinrichtungen in Niedersachsen. So gebe es bei der Bezahlung oft deutliche Unterschiede zu den tarifgebundenen Häusern.

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Das Altenheim Langendamm beschäftigt laut Michaelis 33 Mitarbeiter, davon sechs Altenpflegeschüler. „Unseren Nachwuchs gewinnen wird dadurch, dass wir selber ausbilden.“ Insgesamt sei die Fluktuation beim Pflegepersonal gering.

Mehr Altenpfleger ausbilden würde gerne das Sankt-Marien-Stift. Doch nach Angaben von Leiterin Anneli Gramberg gibt es zu wenig adäquate Bewerbungen. Sie sollten schon mindestens 18 Jahre alt sein und einen Realschulabschluss haben. Viele Bewerberinnen seien zu jung und damit noch nicht reif genug für den schwieriger und anspruchsvoller gewordenen Beruf des Altenpflegers.

Unter den 60 Mitarbeitern in der Pflege im Simeon und Hanna sind acht Auszubildende, berichtet Elke Teipel. Um jungen Müttern entgegenzukommen, dürfen sie morgens zur Frühschicht um sechs oder halb sieben ihre Kinder mit in den Betrieb bringen. „In jedem Wohnbereich gibt es Spielecken, damit die Kinder dicht bei ihren Müttern sind“, so Teipel. „Das klappt gut und die Bewohner freuen sich über die Kinder.“ Um 8 Uhr bringen die Mütter ihre Kinder auf die andere Straßenseite in die Kindertagesstätte „Zum guten Hirten“.

Weil es schwierig sei, in Varel und Umgebung Fachpersonal zu bekommen, ist Elke Teipel froh, viele der eigenen Auszubildenden übernehmen zu können. Zum Personal gehörten seit 15 Jahren aber auch drei examinierte Altenpflegerinnen aus Polen. Viele Altenpflegerinnen seien lange Jahre im Team.

Auch die private Pflegeeinrichtung To Huus in Büppel bildet Altenpflegerinnen aus. „Von unseren 34 Mitarbeitern sind drei Auszubildende“, sagt Verwaltungsmitarbeiterin Edith Rinne und berichtet ebenfalls von einer treuen Mitarbeiterschaft. Ihrer Ansicht nach wird der Beruf der Altenpflegerin nicht ausreichend anerkannt und daher allgemein nicht gut bezahlt. „Altenpflegerin ist ein körperlich schwerer Beruf.“

Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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