Neustadtgödens Schilf wächst auch an den Wasserzügen und Grabenkanten rings um die Wasserschöpfmühle auf dem Wedelfeld: „Aber das Schilf hier ist als Material für ein gutes Reetdach überhaupt nicht zu gebrauchen“, sagt Dach­decker­meister Andreas Onken aus Bremerhaven. Damit Schilfrohr gutes Reet wird, braucht es im Winter langen knackigen Frost von minus 10 bis minus 20 Grad – und zwar über mehrere Wochen. „Sonst kannst Du das vergessen“, sagt der Dachdeckermeister, der seit vielen Jahren Reetdächer eindeckt. Viele davon stehen rund um Bremerhaven oder kürzlich erst ein Bauernhaus in St. Peter-Ording.

Wasserschöpfmühle auf dem Wedelfeld

Die Wedelfelder Mühle in Neustadtgödens ist die einzige noch erhaltene funktionsfähige Wasserschöpfmühle im Kreis Friesland. 1844 ließ Graf von Wedel zu Gödens die Wedelfelder Wasserschöpfmühle bauen.

Der Erdholländer mit Steert diente der Entwässerung des ehemaligen „Schwarzen Bracks”, das teilweise unter dem Meeresspiegel liegt. Nach dem Bau des Schöpfwerks stellte die Mühle 1962 ihren Betrieb ein.

Das Reet für die Wedelfeld-Mühle in Neustadtgödens kommt aus China. „Ausgezeichnete Qualität“, sagt Onken. Zusammen mit seinen Mitarbeitern Roman Schreiner, Sergej Titel und Muharem Avidjay schafft er seit voriger Woche die Reet-Bünde heran, rund 1200 Bund werden auf dem Mühlendach dicht an dicht befestigt. Bis Pfingsten soll das alles fertig sein. „Pfingstmontag ist Deutscher Mühlentag, da findet hier wieder viel Programm und unsere Mühlenwette statt“, sagt Neustadtgödens’ Wassermüller Karl-Edzard Heeren, der das Bauwerk auf dem Wedelfeld betreut.

Mehr als 50 Jahre ist die Reeteindeckung bereits auf der Mühle, wurde immer mal wieder geflickt, ausgebessert und repariert. Nun aber muss das ganze Dach saniert werden. Das alte Reet kommt komplett runter, neues Reet kommt drauf.

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34 000 Euro soll die Reetdacherneuerung kosten. Die Kosten teilen sich der Graf von Wedel als Eigentümer, der Landreis Friesland, die Bingo-Umweltstiftung, Stiftung Neustadtgödenser Mühlen und der Förderverein.

Die Mühle ist ein so genannter Erdholländer mit Steert und entwässerte ab 1844 das Schwarze Brack. 1962 wurde die Mühle außer Betrieb genommen. Damals wurde auch letztmalig das Reetdach erneuert. Um die Mühle kümmert sich heute der Verein Neustadtgödenser Mühlen, der auch die Oberahmer Peldemühle betreut.

Das neue Reetdach wird lange halten: Mindestens 50 Jahre“, ist Onken überzeugt.

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Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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