Neustadtgödens Die beiden Mühlen in Neustadtgödens – die Oberahmer Peldemühle und die Wasserschöpfmühle auf dem Wedelfeld – sind vor allem dank der ehrenamtlichen und handwerklich versierten Müller insgesamt gut in Schuss. Sie machen dem rund 120 Mitglieder starken Verein „Neustadtgödenser Mühlen“, den Bürgern und Besuchern viel Freude. Das sagte Vorsitzende Ulrike Schlieper bei der Jahreshauptversammlung in der Mühlenscheune auf dem Wedelfeld.

Großer Andrang herrschte erst vor kurzem beim Deutschen Mühlentag am Pfingstmontag. „Das Wetter war perfekt, man konnte mal wieder richtig müllern“, sagte Karl Edzard Heeren. Die Besucher wurden weiß vom Mehl. Und sie hatten viel Hunger und Durst und sorgten so dafür, dass am Ende 2300 Euro Reinerlös hereinkam für den weiteren Erhalt der Mühle.

Denn trotz guten Zustands muss regelmäßig Hand angelegt werden. Bei der Wasserschöpfmühle ist nun das Reetdach an der Reihe. Das wurde zuletzt in den 1960er Jahren erneuert, ist somit schon mehr als 50 Jahre alt und wurde zwischenzeitlich immer mal geflickt.

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Nun aber muss das Reetdach vollständig erneuert werden, sagten Schlieper und Klaus Oltmann aus dem Vorstand. Wind und Wetter haben dem Reet stark zugesetzt – auch die Gülle auf den umliegenden Feldern. Denn die sorgt für eine erhöhte Stickstoffbelastung durch Ammoniak in der Luft, was wiederum das Reet angreift. Ein Fachmann, der sich der Sache annimmt, ist bereits gefunden.

Neues Dach bis Pfingsten

Die Erneuerung des Reetdachs soll bis Pfingsten 2019 erledigt sein. Rund 30 000 Euro wird das kosten. 20 Prozent übernimmt der Graf von Wedel als Eigner, die übrigen 80 Prozent muss der Verein aufbringen. Der nutzte die Versammlung auch dazu, seine Zusammenarbeit mit dem Heimatverein Gödens-Sande vertraglich zu verlängern.

Karl Edzard Heeren berichtet, dass er mit seinen Müllerkollegen den Weg zur Wedelfeldmühle erneuert hat – das Material sponserte der Heimatverein. Auch das Lager der Königswelle wurde in Eigenleistung innerhalb von 14 Tagen repariert.

Dierk Heeren berichtete für die Peldemühle unter anderem von der Instandsetzung des Sackaufzugs, der ebenfalls in Eigenleistung demontiert, repariert und wieder neu montiert wurde. Für knapp 100 Euro musste man dafür vier neue Balken kaufen. „Alles haben wir selbst gemacht – nun funktioniert’s wieder.“

Das größere Problem für die Peldemühle ist – wie berichtet – der Baumbestand. Im Sommer bleibt der Wind meist in den nahen und dicht beieinander stehenden Bäumen hängen. Es komme nicht genug Wind auf die Flügel – beziehungsweise nur auf die obere Flügelspitze, was wiederum eine sehr unvorteilhafte Lastenverteilung für die Mechanik darstellt. Zum Graupenpellen bräuchte man mehr und vor allem gleichmäßigen Wind, sagt Heeren.

Eigentlich müsste es für den Betrieb der Mühle 300 Meter ringsherum baumfrei sein, so dass der Wind freie Bahn hat. Doch das funktioniert in Neustadtgödens nicht. „Ein grünes und idyllisches Dorf und drehende Mühlenflügel – das passt an dieser Stelle leider nicht zusammen“, so Ulrike Schlieper. Der Verein macht sich keine Illusionen, dass für drehende Mühlenflügel Bäume gefällt werden könnten – und hat das auch nie gefordert.

Padstockspringen

Die Gegebenheiten rund um die Mühle sind wie sie sind. Der Verein hat das akzeptiert und macht des Beste daraus. Von Mai bis September sind wegen der Windflaute die sonntäglichen Öffnungszeiten auf zwei Stunden von 11 bis 13 Uhr reduziert. „Wenn sich die Flügel nicht drehen, dann kann man natürlich auch nicht so viel zeigen“, sagt Karl-Edzard Heeren.

Wiederbelebt werden könnte der beinahe in Vergessenheit geratene Wettbewerb des Padstockspringens, bei dem mit großen Stäben über die Gräben übersprungen werden. Der Verein will abklopfen, wie groß das Interesse für diesen alten  Spaßwettkampf ist.

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Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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