Neuenburg Jetzt steht es fest: Der Ort Neuenburg ist in das Städtebauförderungsprogramm des Landes Niedersachsen aufgenommen worden. Der erste Zuschuss des Landes für die Ortskernsanierung beläuft sich auf 460 000 Euro. „Das ist eine Riesenchance für Neuenburg“, sagt Bürgermeister Heiner Lauxtermann. „Das ist ein ziemlich umfangreiches Programm, das Neuenburg verändern kann.“ Insgesamt hat das Städtebauförderungsprogramm ein Volumen von 3,8 Millionen Euro – in den kommenden Jahren werden weitere Zuschüsse für Neuenburg erwartet.

Das Ziel der Städtebauförderung ist es, Orte so aufzuwerten, dass Menschen dort wohnen und Geschäftsleute dort Läden eröffnen wollen. Das bedeutet, dass sogenannte städtebauliche Missstände beseitigt werden müssen – alte, heruntergekommene und lieblos gestaltete Straßenzüge sollen neu gestaltet werden. Auch die Hauptstraße in Zetel ist mit Mitteln der Städtebauförderung saniert worden und hat ein völlig neues Gesicht bekommen.

Nicht nur durchfahren

Das soll auch in Neuenburg passieren. Konkret geht es unter anderem um die Westersteder Straße, die „den Charme einer Einflugschneise“ hat, wie Bürgermeister Lauxtermann sagt. Die breite Fahrbahn, die wuchtigen Parkbuchten, die breiten Geh- und Radwege und die massiv wirkenden Beete machen die Straße zur Durchgangsstraße – aufhalten möchte sich dort niemand.

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Start im Jahr 2020

An der Westersteder Straße gibt es außerdem viele leerstehende Geschäftshäuser oder sogenannte Fehlnutzungen, wie Hartmut Kapels im vergangenen Jahr mit Blick auf die Spielothek formuliert hat. Verbessert werden könnte das alles durch farbliche Absetzungen in der Straße sowie eine schönere Gestaltung der Nebenräume mit Pflanzen und Beleuchtung.

Potenzial, von der Ortskernsanierung zu profitieren, hat auch die Lindenstraße. Mit einer geschickten und detailreichen Gestaltung der Straßennebenräume könnte da schon viel erreicht werden.

Eines der größten Defizite in Neuenburg ist es, dass diese Nutzungsbereiche – Marktplatz, Geschäfte an der Westersteder Straße, Wohnhäuser an der Lindenstraße und das Schloss mit Park – gar nicht miteinander verbunden sind. Es gibt auch keine wahrnehmbare Verknüpfung zwischen der Ortsmitte und dem Lebensmittelmarkt.

Und der eigentliche Schatz des Ortes, das Schloss, ist in den Ort überhaupt nicht integriert, vielmehr ist es versteckt. Dieser Aspekt fällt unter den Punkt „Mindernutzung von öffentlichen Räumen“, ebenso wie der Alte Marktplatz, der zwar schön ist, den man aber kaum wahrnimmt, weil er oft komplett zugeparkt ist.

Die Mittel für den Start der Ortskernsanierung sind schon in den Haushalt der Gemeinde Zetel eingestellt. „Wir werden uns jetzt relativ kurzfristig mit dem Sanierungsträger BauBeCon zusammensetzen“, kündigt Bürgermeister Lauxtermann an. Jetzt geht es an die Arbeit: In diesem Jahr steht die Planung an, im kommenden Jahr soll die Ortskernsanierung beginnen.

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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