Neuenburg Die Sanierung der Hauptstraße in Zetel hat es gezeigt: Mit der Städtebauförderung können Straßen ein ganz neues Gesicht bekommen. Das könnte bald auch eine Chance für Neuenburg sein. Die Gemeinde Zetel stellt jetzt den Antrag, Neuenburg in das Städtebauförderprogramm aufzunehmen. Das würde bedeuten, dass Sanierungsmaßnahmen zu einem Drittel vom Bund, zu einem Drittel vom Land und dem letzten Drittel von der Gemeinde finanziert werden.

Die Gemeinde Zetel hat jetzt die Einwohner eingeladen, um sie darüber zu informieren, was eine Städtebauförderung in Neuenburg bedeuten würde. Die NWZ hat die wichtigsten Infos zusammengefasst.

Was soll mit der Städtebauförderung erreicht werden?

Das Ziel ist es, Orte so aufzuwerten, dass Menschen dort wohnen und Geschäftsleute dort Läden eröffnen wollen. Das bedeutet, dass sogenannte städtebauliche Missstände beseitigt werden müssen, die das Leben unattraktiv machen und dafür sorgen, dass der Ort den „allgemeinen Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse“ nicht entspricht. Solche Missstände gibt es auch in Neuenburg.

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Was stimmt mit dem Ort Neuenburg nicht, so wie er jetzt ist?

Mit Neuenburg stimmt einiges nicht, wie die Fachleute von Kapels Architekten festgestellt haben. Natürlich hat Neuenburg wunderschöne Gebäude, wie die Apotheke, die Häuser rund um den Alten Marktplatz und das Schloss. Aber da gibt es eben auch noch die Westersteder Straße, die den Charme einer Einflugschneise hat. Dafür sorgt nicht nur die breite Fahrbahn, sondern auch die wuchtigen Parkbuchten, der breite Geh- und Radweg und die ebenso spärliche wie einfallslose Bepflanzung. An der Westersteder Straße gibt viele leerstehende Geschäftshäuser oder sogenannte Fehlnutzungen, wie Hartmut Kapels mit Blick auf die Spielothek formuliert.

Und dann gibt es noch die Lindenstraße, die ein altes Wohnquartier ist, ebenfalls wenig modern und mit vielen offenen Potenzialen.

Eines der größten Defizite in Neuenburg ist es, dass diese Nutzungsbereiche – Marktplatz, Geschäfte an der Westersteder Straße, Wohnhäuser in der Lindenstraße und das Schloss mit Park – gar nicht miteinander verbunden sind. Es gibt auch keine wahrnehmbare Verknüpfung zwischen der Ortsmitte und dem Lebensmittelmarkt. Alles wirkt irgendwie einzeln dahingeworfen. Einen zentralen Versorgungsbereich gibt es in Neuenburg nicht, dafür hat der Ort zu viele Leerstände. Und der eigentliche Schatz des Ortes, das Schloss, ist in den Ort überhaupt nicht integriert, vielmehr ist es versteckt. Dieser Aspekt fällt unter den Punkt „Mindernutzung von öffentlichen Räumen“, ebenso wie der  Alte Marktplatz, der zwar schön ist, den man aber kaum wahrnimmt, weil er oft komplett zugeparkt ist.

Wie kann der Ortskern von Neuenburg verschönert werden?

Da haben die Architekten tatsächlich schon konkrete Ideen. Beispiel Westersteder Straße: Sie könnte mit einer detailreichen und modernen Gestaltung der sogenannten Straßennebenräume viel einladender und freundlicher werden. Mit geschickten Pflanzungen oder farblichen Absetzungen auf der Fahrbahn könnte vielleicht sogar der Verkehr auf der Landesstraße entschleunigt werden. Das war einer der größten Wünsche der Neuenburger bei der Anwohnerversammlung.

Mit solchen farblichen Fahrbahnabsetzungen und einer geschickten Bepflanzung, Beschilderung und Beleuchtung könnten außerdem Verbindungen geschaffen werden, die jetzt nicht da sind – zum Beispiel zwischen der Lindenstraße und dem Schlossgang.

Die Lindenstraße könnte durch eine solche Verbindung zum Alten Marktplatz und zum Schlossgang mehr in das Ortsgeschehen einbezogen werden und damit an Lebendigkeit gewinnen, ebenso wie durch eine moderne Gestaltung des Straßenraums. Das könnte, wie in der Hauptstraße in Zetel, gelingen, indem der ganze Straßenraum höhengleich gestaltet wird und die Verkehrsteilnehmer sich die offene und freundlich gestaltete Straße, eventuell als Einbahnstraße, teilen. Die Gemeinde könnte mit der Städtebauförderung die öffentlichen Räume also aufwerten und miteinander verknüpfen.

Wie können die Leerstände beseitigtwerden?

Indem die Gemeinde Zetel den öffentlichen Raum aufwertet und Neuenburg modern, offen und freundlich gestaltet, kann sie die Grundlage dafür schaffen, dass sich in Neuenburg wieder Geschäfte ansiedeln. Ein attraktiver Ort lockt eher Unternehmer.

Was bedeutet die Städtebauförderung für private Hausbesitzer?

Private Hauseigentümer, die Gebäude im Sanierungsbereich besitzen, haben die Möglichkeit, für die Sanierung von Fenstern, Fassaden und Dächern Fördermittel zu beantragen. Das geht aber erst, wenn feststeht, ob Neuenburg in das Städtebauförderungsprogramm aufgenommen wird oder nicht. Mit dem Bescheid ist im Sommer kommenden Jahres zu rechnen. Es muss sich aber niemand beteiligen. „Das Städtebauförderungsprogramm ist nur ein Angebot an private Hausbesitzer“, sagt Bürgermeister Heiner Lauxtermann.

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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