Neuenburg Auf wie viel Dünger kann ein Landwirt verzichten, ohne dass er Ernteeinbußen hat? Um Fragen wie diese ging es jetzt beim Abend zum Thema „Fokus Landwirtschaft, zu dem der CDU-Kreisverband Friesland eingeladen hatte. Die deutsche Landwirtschaft steht vor großen Veränderungen und Herausforderungen. Eine dieser Herausforderungen ist die Düngeverordnung. Sie machte der als Gastreferent eingeladene Landtagsabgeordnete und agrarpolitische Sprecher der niedersächsischen Landtagsfraktion der CDU, Helmut Dammann-Tamke, zum Kernthema des Abends.

Deutschland werde zurzeit bezichtigt, die europäische Nitratrichtlinie nicht richtig umzusetzen. Nun solle Deutschland bis März eine neue Düngeverordnung auf den Tisch legen. Ziel sei eine höhere Transparenz und verursachergerechte Erfassung. Das bedeutet: Es soll deutlich werden, welcher Landwirt verantwortlich dafür ist, wenn stellenweise zu hohe Nitratwerte im Grundwasser gefunden werden.

Helmut Dammann-Tamke wies darauf hin, dass Niedersachsen sich seiner Verantwortung als Agrarland Nummer eins bewusst sei. Kein anderes Bundesland sei so transparent in der Darlegung der Daten. Es könne bereits festgestellt werden, ob ein Landwirt seine Düngung nicht optimal betreibe oder ob andere Quellen das Problem einer Grundwasserverschmutzung seien. Die Nitratbelastung könne bis auf den einzelnen landwirtschaftlichen Betrieb „heruntergebrochen“ werden.

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Das Problem sind vor allem sogenannte Rote Gebiete, in denen die Nitratbelastung besonders hoch ist. Dazu gehören die Landkreise Vechta, Cloppenburg und Rotenburg/Wümme. Dort sollen Auflagen umgesetzt werden: Die Landwirte sollen 20 Prozent unter Bedarf düngen, Lagerkapazität für Gülle für mindestens sieben Monate vorhalten, für Gülleeinarbeitung in den Boden nur eine Stunde Zeit brauchen und eine Wirtschaftsdüngeranalyse erstellen.

Besonders das „20 Prozent unter Bedarf Düngen“ sei ein großes Problem, meint Helmut Dammann-Tamke. Denn Humus werde abgebaut und Kohlenstoff in die Umwelt freigesetzt. Die Landwirte befürchteten, dass Grünlandbetriebe künftig weniger ernten und keine notwendigen Futterreserven anlegen können. Und Futterreserven seien nach zwei Dürrejahren und der Mäuseplage kaum vorhanden und stellen schon heute ein großes Problem dar.

„Wenn wir jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf treiben, werden wir landwirtschaftliche Strukturen verlieren“, so Helmut Dammann-Tamke. Er hofft, dass die am 3. April zu verabschiedende neue Düngeverordung von der Europäischen Union akzeptiert wird.

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