Frage: Herr Krause-Fischer, wie haben Sie in den vergangenen Monaten geschlafen?

Krause-Fischer: Super. Wir Anwohner durften alle mal erleben und hören, wie schön es sein könnte, wenn wir keine Lkws in der Oldenburger Straße hätten, insbesondere nachts und am späten Nachmittag nicht.

Frage: Haben Sie die Bauzeit auf der Oldenburger Straße genutzt, um auch die Risse in ihren Hauswänden zu reparieren. Die sollen ja durch den vielen Lkw-Verkehr entstanden sein, wie Sie und andere Nachbarn sagen.

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Krause-Fischer: Nee, das lohnt sich nicht. Wenn das Szenario so eintritt, wie wir es befürchten, haben wir ja durch die Sanierung der Oldenburger Straße eine Festschreibung der Zustände für die nächsten 30 bis 40 Jahre. Von da her lohnt Aufwand, die Risse zu kitten, nicht.

Frage: Was glauben Sie, wie sich der Verkehr auf der Oldenburger Straße entwickeln wird, wenn die Straße am 20. September wieder freigegeben wird?

Urteil

Das Verwaltungsgericht Oldenburg hat in einem Urteil festgestellt, dass der Bescheid der Stadt Varel vom 24. Juni 2011 rechtmäßig ist, mit dem sie den Antrag der Interessengemeinschaft Oldenburger Straße auf straßenverkehrsrechtliche Anordnungen wegen Lärm- und Gesundheitsbeeinträchtigungen abgelehnt hatte.

August Osterloh hatte für die Interessengemeinschaft gegen diesen Bescheid geklagt und beantragt, die Stadt zu verpflichten, Gewichtsbeschränkungen von maximal 3,5 Tonnen und eine grundsätzliche Geschwindigkeitsbegrenzung für alle Kraftfahrzeuge von 30 km/h für die Oldenburger Straße anzuordnen.

Krause-Fischer: Das hängt nun davon ab, wie die Stadt jetzt entsprechende Entscheidungen kanalisiert. Durch das Gerichtsurteil ist ja festgestellt worden, dass die Stadt ein Ermessen auszuüben hat. Das ist ein wesentlicher und wichtiger Punkt für die Zukunft. Das ist das Positive an dem Urteil, obwohl wir unterlegen sind. Denn die Ausübung des Ermessens betrifft nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Zukunft. Aufgrund der Sanierung der Straße gibt es neuen Rahmenbedingungen, mit den sich alle auseinandersetzen müssen. Wir gehen davon aus, dass die Stadt erst einmal neue Messungen hinsichtlich des Lärms durchführen muss.

Frage: Welche Hoffnung verbinden Sie damit?

Krause-Fischer: Die Stadt wird ihr Ermessen ausüben, ob sie im sanierten Abschnitt der Oldenburger Straße an Tempo 30 für die Lkws festhält, was wir hoffen, oder ob sie auf Tempo 50 hochgeht. Bisher hält sich die Mehrheit des Stadtrates aus der Sache raus, trotz vollmundiger Solidarität, wenn es auf die Wahlen zugeht. Da durch das Urteil ein Ermessensspielraum für die Stadt festgeschrieben ist, gibt es ja auch einen politischen Spielraum.

Frage: Die Anwohner der benachbarten Straßen wie Tweehörnweg und Osterstraße mussten in den vergangenen Monaten ein Vielfaches des sonstigen Autoverkehrs aufnehmen. Haben Sie sich mal mit ihnen unterhalten?

Krause-Fischer: Nee. Wir können ja als Anlieger der Oldenburger Straße nicht fortwährend vom Elend zehren. Wir haben es genossen, dass wir jetzt mal eine kurze Phase der Ruhe hatten.

Frage: Die Lkws werden wiederkommen. Wie wollen Sie künftig für einen erholsamen Schlaf sorgen? Haben Sie es schon mal mit Ohrenstöpseln probiert?

Krause-Fischer: Das habe ich noch nicht versucht. Wir werden schauen, wie sich die neue Situation entwickeln wird und was neue Messungen ergeben. Jede Entscheidung, die die Stadt nach der Sanierung fällt, wird auf den Prüfstand kommen. Sie muss gerichtsfest sein.

Frage: Heißt das, dass die Anlieger gegebenenfalls wieder vor Gericht ziehen?

Krause-Fischer: Das behalten wir uns selbstverständlich vor. Das ist für uns ja das Positive aus dem jüngsten Urteil, dass die Stadt ein Ermessen auszuüben hat.

Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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