Bockhorn Der Polizeibeamte Andreas Scheinert aus Steinhausen hat jetzt einen Diavortrag bei den Landfrauen der Friesischen Wehde gehalten. „Ein Jahr Liberia“ war ein Rückblick auf seine UN-Mission 2012/13. Er informierte über die Geschichte und das heutige Liberia. Mit einer Mischung aus kurzen Filmsequenzen und Fotos zog er seine Zuhörer schnell in den Bann, wie Imke Haschen berichtete.

Polizei und UN

Vielen war nicht bekannt, dass Deutschland außer Soldaten auch Polizisten zum Aufbau in ferne Länder schickt. Für die UN-Mission in Liberia sind permanent fünf deutsche Polizisten im Einsatz, in einem Land, das über Jahrzehnte von Bürgerkriegen zerrüttet war, immer wieder neue Machtübernahmen erlebte und auch heute politisch sehr instabil ist. Zwei Generationen der Bevölkerung sind durch die Kriege ohne Schulausbildung und dadurch leicht beeinflussbar.

Es geht um Menschen, die lange gelitten haben, die in Sicherheit leben wollen, sich Ruhe und Frieden wünschen ohne Angst. Dabei ist Bildung das A und O. Beeindruckt hat Scheinert die Grundzufriedenheit der Menschen, ihre offene und ehrliche Art. Es gibt im Land 16 Stämme, unter den Religionen gibt es keinen Streit zwischen 80 Prozent Christen und 15 Prozent Muslimen.

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Es handelte sich um Scheinerts dritten Auslandseinsatz. Im Gegensatz zum Kosovo gab es hier aber kein Sicherheitsrisiko, eher ein gesundheitliches und hygienisches Problem (Malaria), dem man aber mit genügend Umsicht begegnen konnte. Im März 2012 begann sein Einsatz in Monrovia, einer Stadt mit einer Million Einwohner. Strom gab es nur über Generatoren, keine Wasserleitung und Kanalisation, so dass die Strände direkt bei der Stadt verschmutzt und nicht benutzbar waren.

Scheinert hat seinen Aufenthalt mit einer Einführungswoche begonnen, seine Kollegen kamen aus 49 verschiedenen Ländern. Ihr Auftrag war es, beim Aufbau von Polizeistationen im Land zu helfen, um der Bevölkerung Sicherheit und Vertrauen in den Staat zurück zugeben, um ihnen Mut zu machen, etwas aufzubauen, was auch geschützt wird. Das Mandat der UN beinhaltet nur eine beratende Funktion, Eingriffsrechte hatten die internationalen Polizeibeamten vor Ort nicht.

Große Landstriche sind ohne Polizeipräsenz und viele Dörfer sind im Urwald, gerade in der Regenzeit nicht zu erreichen. Während Scheinerts Einsatz stieg die Zahl der Polizeistationen von 230 auf 260. Das größte Projekt war der Aufbau einer Polizeiakademie, denn es geht um Hilfe zur Selbsthilfe, um Eigenverantwortung.

Kein leichter Einsatz

Kein leichter Einsatz für die Helfer, die fernab von ihren Familien eine Sieben-Tage-Woche von 8 bis 17 Uhr hatten und nur sonntags ein paar Stunden ausspannen konnten. Um unter vernünftigen Bedingungen untergebracht zu sein, musste Scheinert für ein Einzimmerappartement 1300 US-Dollar aus eigener Tasche bezahlen.

Scheinerts Honorar für den Vortrag und eine Spende der Landfrauen wird ein Waisenhaus mit 75 Kinder erhalten, das von einer Frau unter bemerkenswertem Einsatz in Liberia geleitet wird.

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