Marx „Ich kann nicht verstehen, warum man uns das kaputtmachen will“, sagt Andrea Bunjes. Sie ist die Vorsitzende des Vereins „Quadengel Ostfriesland“ in Marx. Die 35-Jährige hat vor einigen Jahren den Verein gegründet, der schwerkranken Kindern einen Herzenswunsch erfüllen soll: einmal selbst mit einem Quad fahren. Doch jetzt stehen die Fahrzeuge still. Weil sich jemand über Lärmbelästigung beschwert hat, verbietet der Landkreis nun, dass auf dem Gelände an der Bundesstraße mit Quads gefahren wird. Denn dafür fehle eine Genehmigung.

Dass sich jemand über den Verein beschwert, kann auch der Zeteler Keno Veith nicht verstehen. Er will sich für die Quadengel starkmachen. Zurzeit fährt er von einem Dreh zum nächsten, gerade ist er aus Köln wiedergekommen: Werbespots und Auftritte bei Fernsehshows – darunter auch Galileo auf Pro Sieben – halten den „Schwatten Ostfriesen“ auf Trab. „Aber die Quadengel liegen mir am Herzen. Ich finde das total wichtig“, sagt Keno Veith beim Fototermin.

Wer sind die Quadengel in Marx?

Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, kranke und benachteiligte Kinder mit dem Quad zu fahren. „So können sie für einen Moment ihre Sorgen vergessen“, sagt die Vorsitzende. Die Kinder sind nicht selten Bewohner des Kinderhospizes in Wilhelmshaven. Oft wenden sich aber auch Eltern an den Verein. Gerade ist die neue Internetseite online gegangen: www.quad-engel-ostfriesland.de.

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In Varel sind die Quadengel unter anderem vom Weihnachtskonvoi bekannt. Rund 50 Fahrer aus der ganzen Region gehören zum Team. Viele der Quads sind so ausgestattet, dass auch kleinere Kinder oder Kinder mit Behinderung mitfahren können. Die Idee hatte Andrea Bunjes vor drei Jahren, sie hat selbst ein krankes Kind.

Im Haus der Familie Bunjes im Wohngebiet „Tüschen Fennen“ gibt es für die Kinder einen Ruheraum. Direkt neben dem Wohngebiet hat die Familie im Frühjahr ein Grundstück von Nachbar Bernd Neumann gepachtet. Auf dem Gelände zwischen Bundesstraße und Maisfeld finden etwa einmal im Monat die Fahrten für kranke Kinder statt.

Warum dürfen die Quads nicht mehr fahren?

Beim Landkreis Wittmund sind Anliegerbeschwerden wegen des Lärms eingegangen. So ist der Landkreis auf den Verein aufmerksam geworden. „Bei dem dort angelegten Quad-Parcours handelt es sich um eine nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz genehmigungsbedürftige Anlage“, teilt der Landkreis auf Nachfrage mit. Eine solche Genehmigung liege nicht vor. „Wir haben dringend dazu geraten, eine Nutzung des Geländes mit Quads zu unterlassen. Ansonsten müssten die Verantwortlichen mit der Einleitung eines Strafverfahrens rechnen“, sagt Landkreis-Sprecher Ralf Klöker.

Wie geht es für den Verein jetzt weiter?

Die Gemeinde Friedeburg will sich nun bemühen, für die Quadengel eine andere Fläche zu finden, auf der das Quadfahren erlaubt ist. „Wir suchen nach einer Lösung und versuchen, dem Verein da zu helfen“, sagt Nils Janssen, Sprecher der Gemeinde Friedeburg.

Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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