JEVER Ohne den Jeverländischen Altertums- und Heimatverein gäbe es kein Schlossmuseum und andersherum wäre der Verein ohne das Museum nur einer unter vielen. Das betonte der Vorsitzende Volker Landig am Donnerstagabend auf der Jahreshauptversammlung im Schloss.

Er lobte die gute und aktive Zusammenarbeit der beiden Institutionen. Im nächsten Jahr feiert der Verein sein 125-jähriges Bestehen, das mit einer Ausstellung, einer Vortragsreihe sowie einer Feierstunde gebührend gefeiert werden soll.

Innerhalb des Vereins sind vier Arbeitskreise aktiv, die die unterschiedlichsten Bereiche erforschen und Geschichte zum Anfassen bieten. „Die Arbeitsgemeinschaften bringen Leben und Vielfalt in den Verein“, lobte Landig und dankte allen Beteiligten für ihr Engagement. Die Leiter berichteten kurz aus den jeweiligen Arbeitskreisen. Der plattdeutsche Arbeitskreis veranstaltete vier plattdeutsche Abende im Anton-Günther-Saal, die von mehr als 350 Interessierten besucht wurden. Für Moderator Horst Janssen ein Indiz, dass die Niederdeutsche Sprache noch viele Anhänger hat und weiterlebt.

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Der heimatkundliche Arbeitskreis, dessen Leitung kurzzeitig von Landig übernommen wurde, da Horst Radowski aus gesundheitlichen Gründen ausfiel, traf sich zehnmal. Am 29. Mai fahren die Mitglieder zur Evenburg nach Leer. Interessierte können sich noch bei Radowski anmelden.

Uta Esselborn berichtete über die Reihe „Litera-Tee“ und gab einen Vorgeschmack auf das Programm. Im August findet eine Lesung mit Klaus Seehofer zum Thema „Dichter, Denker und Eigenbrötler“ in Jever statt.

Ahnenforscher

Ein neues Domizil haben die Ahnenforscher im alten Sillensteder Rathaus. „Dort haben wir das Archiv und können direkt darauf zurückgreifen“, erklärte Heino Albers und wies noch auf die eigene Homepage des Arbeitskreises hin.

Neues gab es auch vom Schlossmuseum, das die Eintrittspreise geringfügig erhöht hat. Erwachsene zahlen jetzt 4,50 Euro anstatt 3,50 Euro. Dafür erhalten Kinder fortan freien Eintritt.

Die „Mußestunden für Senioren“ fänden viel Zuspruch. „Dabei wird jeweils ein Objekt des Schlossmuseums Thema eines Treffens“, erklärte Museumsleiterin Antje Sander das neue Konzept. Weniger erfreulich war die Nachricht, dass sich am Turm der Putz löst. Doch Sander ist optimistisch, dass hier schnell Abhilfe geschaffen werden kann.

Ganz aktuell äußerte sich Landig zum geplanten Skulpturenpfad in Jevers Innenstadt. Die Bedenken des Vorstandes: „Zwischen Skizzen und den fertigen Skulpturen können Welten liegen.“ Keiner habe je ein fertiges Kunstwerk gesehen und die Denkmalschützer seien ebenfalls nicht gefragt worden.

Mit den Standorten an der Mühlenstraße oder an der Wittmunder Straße habe der Verein kein Problem, auf die anderen Standorte sollte zunächst verzichtet werden, so die Empfehlung des Vorstands. „Wir sind immer für neue Ideen zu begeistern, aber nicht für unvorhersehbare Kuckuckseier“, so der Vorsitzende. Wie berichtet, will die Stadt bis zu elf lebensgroße Betonfiguren aufstellen, die Touristen in die und durch die Stadt führen sollen.

Vortrag über Juden

Im Anschluss an die Versammlung hielt Hartmut Peters, Lehrer am Mariengymnasium, Leiter des jüdischen Arbeitskreises und ausgewiesener Kenner der Geschichte der Juden in Jever einen Vortrag über das Thema „Jever und seine Juden in Lokalgeschichtsschreibung und Öffentlichkeit zwischen 1910 und 2010“. Er machte deutlich, dass auch in Jever damals erscheinende Zeitungen und andere Publikationen für Propagandazwecke missbraucht wurden, aber teilweise auch aktiv das Nazi-Regime unterstützt und zur Judenverfolgung aufgerufen haben. Peters zitierte aus entsprechenden Artikeln und Leserbriefen.

Erst Ende der 1970er Jahre habe in Jever eine breitere öffentliche Auseinandersetzung mit den Opfern und Tätern der Nazizeit begonnen. Ein erstes sichtbares Zeichen für diese Auseinandersetzung sei die 1978 angebrachte Tafel für die von den Nazis niedergebrannte jeversche Synagoge an der Großen Wasserpfort­straße gewesen.

Kirsten Homola Sekretariat / Redaktion Jever
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