Wangerooge /Hannover Der Bund und das Land Niedersachsen haben ihre Zuständigkeiten für den Inselschutz auf Wangerooge neu zugeschnitten: Das Land übernimmt vom Bund die Nordostdünen bis 400 Meter östlich des Cafés Neudeich sowie die vorgelagerten Seebuhnen R und T. Damit ist das Land künftig in diesem Bereich für Unterhaltung zuständig.

Direkt daran anschließend bleibt die Zuständigkeit des Bundes bestehen: An der landseitigen Verlängerung des Ostrands der Buhne Q beginnend, erstreckt sich der Bereich des Bundes westwärts über alle Deckwerks- und Strandbereiche mit den vorgelagerten 18 Buhnen. Er endet im Südwesten der Insel etwa auf Höhe des Westturms. Die Harlehörndüne und die wattseitigen Inseldeiche werden wie bisher vom Land unterhalten. Den zusätzlichen Unterhaltungsaufwand trägt der Bund per Ablösezahlung an das Land.

„Ziel der Überlegungen war, die beiderseitigen Kompetenzen an die heutigen Herausforderungen anzupassen und die Aufgabenerledigung effizienter zu gestalten, damit auch weiterhin ein hohes Schutzniveau für die Insel gewährleistet bleibt“, erklärte Anne Rickmeyer als Direktorin des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

Bund und Land hatten seit März über eine Neuregelung des Küstenschutzes am Nordufer Wangerooges verhandelt. Küstenschutz ist per Gesetz Angelegenheit der Länder – doch auf Wangerooge wird auch das Wasser- und Schifffahrtsamt des Bundes tätig: Dessen Aufgabe ist, den Sandeintrag ins Jadefahrwasser zu verhindern. Dabei kam es immer wieder zu Zuständigkeitsüberschneidungen. Zuletzt hatte der Bundesrechnungshof die Sandaufspülmaßnahme am Bootsweg im Jahr 2009 durch das Wasser- und Schifffahrtsamt gerügt – weil sie eindeutig dem Küstenschutz diente, wäre sie Aufgabe des Landes gewesen.

Seit Jahren wird von der Gemeinde Wangerooge bemängelt, dass der Küstenschutz am Nordufer Wangerooges sehr sparsam ausfällt. In den vergangenen 30 Jahren gingen zwei Dünenketten mit einer Breite von gut 150 Metern an die Nordsee verloren, die letzte Düne weist zum Teil erhebliche Abbrüche insbesondere am Übergang Bootsweg auf.

Die Insel hofft, dass mit der Neuregelung der Zuständigkeiten keine Verschlechterung beim Küstenschutz eintritt.

Der NLWKN wies darauf hin, dass für das Land der Erhalt der Insel als Lebens- und Wirtschaftsraum und ihrer Funktion für den Festlandsschutz im Mittelpunkt stehen. Hauptaugenmerk des Bundes ist, zu verhindern, dass eine Verlagerung der Insel die Schiffbarkeit der Jade beeinträchtigt.

Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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