Schortens /Jever Auch der Landkreis Friesland und der Zweckverband Jade-Weser-Park in Roffhausen haben viele Fragen zur geplanten Pizzafabrik an die Projektverantwortlichen der Industrial Group for Food Production (IGFP). „Uns beschäftigt das Thema Lebensmittelfabrik seit längerer Zeit. Wir erwarten kurzfristig Antworten“, haben am Dienstag der Zweckverbands-Vorsitzende, Schortens’ Bürgermeister Gerhard Böhling, und Landrat Sven Ambrosy mitgeteilt.

Der Vorsitzende des Zweckverbandes Jade-Weser-Park, Schortens Bürgermeister Gerhard Böhling hat den Projektkoordinator der IGFP, Alexander Hartung, angeschrieben und um Stellungnahme sowie um Antworten auf offene Fragen gebeten. Zugleich hat er Hartung aufgefordert, in der nächsten Zweckverbandsversammlung gegenüber den Verbandsmitgliedern klar Stellung zu beziehen und den Mitgliedern die Vertragspartner zu benennen. „Ohne Klärung der offenen Fragen werden keine Verträge mit der IGFP geschlossen“, betont Böhling.

Nach NWZ -Recherchen könnte sich das erstmals im Oktober 2012 angekündigte 350-Millionen-Projekt einer Lebensmittelfabrik für Tiefkühlprodukte als großer Schwindel herausstellen: Das Projekt kommt seit Monaten nicht voran, weil angeblich Unterlagen aus dem Schwester-Projekt in Italien fehlen. Dort ist nach drei Jahren des Hinhaltens und ständiger Terminverschiebungen bereits von einer „Farce“ die Rede. Auch die Hintermänner der Schweizer Firmengruppe sind dubios.

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Die Investoren hinter IGFP wurden bisher nie genannt. Das hat von Beginn an massive Zweifel an dem Projekt ausgelöst. Hinzu kam, dass es keine Fortschritte ab. Das wurde immer wieder damit erklärt, dass der Bau der Firma in Roffhausen mit dem baugleichen Werk im italienischen Bondeno abgestimmt werden sollte.

Böhling und Ambrosy betonen, dass den Investoren bisher keine Subventionen oder andere Zuschüsse zugesagt wurden. Als Planer für das Werk in Schortens sowie für eine nahezu identische Fabrik im norditalienischen Bondeno haben die IGFP-Verantwortlichen einen Vertrag mit einem Vareler Ingenieurbüro abgeschlossen. Dort wird man ebenfalls ungeduldig.

Wie berichtet, waren ähnliche Fabriken von der IGFP sowie deren Ablegern Progenal Espana SA und Vertragspartnern wie Enumplan zudem in der Region Saragossa sowie in Rennes in Frankreich geplant. An beiden Standorten werden die Projekte offiziell nicht mehr weiter verfolgt, erklärten die dortigen Verantwortlichen in den Behörden der NWZ  auf Nachfrage. Ins Leere führte zudem eine Adresse der IGFP in Mülheim an der Ruhr. Das Unternehmen ist bei den dortigen Nachbarn vollkommen unbekannt.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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