JEVERLAND Sie braucht kein Feuerzeug sondern Batterien, produziert Dampf statt Rauch – und soll Rauchern eine Alternative zum Glimmstängel bieten: die elektronische Zigarette. Doch reicht der Unterschied auch so weit, dass für die E-Zigarette das Rauchverbot zum Beispiel in Restaurats und Kneipen nicht gilt?

„Die elektronische Zigarette wird vom Nichtraucherschutzgesetz nicht erfasst, deshalb spricht zumindest theoretisch auch nichts dagegen, dass Restaurantgäste eine E-Zigarette rauchen“, sagt die Geschäftsführerin des Bezirksverbands Weser-Ems im Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga], Hildegard Kuhlen. Hier gebe es eine Gesetzeslücke, weil bei der Verabschiedung des Nichtraucherschutzgesetzes noch niemand an E-Zigaretten gedacht habe. Grundsätzlich sei es Sache der Wirte zu entscheiden, ob sie das Rauchen einer E-Zigarette tolerieren. „Viele Wirte lassen das allerdings nicht zu“, sagt Hildegard Kuhlen.

In der zum Teil mehr als 100 Euro teuren E-Zigarette wird eine Trägerflüssigkeit über eine batteriebetriebene Heizspirale erhitzt. Der dabei entstehende Dampf, der Aromastoffe und meist auch Nikotin enthält, kann dann inhaliert werden. Zwar ist der Dampf geringer belastet als herkömmlicher Zigarettenqualm, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung stuft die E-Zigarette dennoch als gesundheitsgefährdend ein. Die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover hat das Rauchen der E-Zigarette in ihren Dienstgebäuden deshalb bereits untersagt.

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So will die Kreisverwaltung in Friesland noch nicht gehen. „Ich denke aber, dass die E-Zigarette wie eine herkömmliche Zigarette betrachtet werden muss“, sagt Kreis-Sprecher Sönke Klug. Rauchen am Arbeitsplatz sei verboten, Beschäftigte der Kreisverwaltung müssten sich für Raucherpausen ausstempeln und vor die Türe gehen. Darauf werde es wohl auch hinauslaufen, wenn jemand eine E-Zigarette rauchen will, so Klug. Die Rechtslage sei aber insgesamt noch unklar. Das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung hole deshalb derzeit Stellungnahmen ein.

In den Hotels und Gaststätten im Jeverland hat die E-Zigarette bislang offenbar noch nicht zu größeren Konflikten geführt. „In unserem Lokal habe ich noch keine gesehen“, sagt zum Beispiel Gabi Witte vom Fischrestaurant „Butt“ in Jever. Sie geht davon aus, dass sich die E-Zigarette nicht durchsetzt. Das Upstalsboom-Hotel auf Wangerooge und der Friesenhof in Schortens hatten bislang ebenfalls noch keine Gäste, die sich eine E-Zigarette „angezündet“ haben.

Auch Heino K. Meyer vom Restaurant „Hof von Oldenburg“ in Jever hat noch keine Erfahrungen mit der E-Zigarette gemacht. „Grundsätzlich hätte ich keine Probleme damit“, sagt er. Entscheidend sei aber die Reaktion der anderen Gäste: Vermutlich würde es Konflikte geben, wenn er das Rauchen der E-Zigarette im Lokal zulassen und gleichzeitig Raucher mit Glimmstängeln vor die Tür schicken würde.

Ulrich Schönborn Chefredakteur (ViSdP) / Chefredaktion
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