JEVER /SANDE /OLDENBURG Von Sande mit der Nordwest-Bahn (NWB) nach Oldenburg, von dort weiter mit der Bahn AG nach Bremen und dann im Nachtzug nach Paris: Jevers Blaudrucker Georg Stark wollte kürzlich auf dem Schienenweg entspannt nach Frankreich reisen.

Doch der Ärger ging schon in Sande los. Die Nordwest-Bahn hatte zehn Minuten Verspätung, weil sie – wie sich später herausstellte – auf Anschlussreisende in Wilhelmshaven gewartet hatte.

Besorgt um seinen Anschluss nach Bremen wandte sich Stark an den Zugschaffner. Der habe ihm und anderen Fahrgästen wortwörtlich bestätigt, dass der Bahnhof in Oldenburg über die Verspätung informiert worden sei und der Zug nach Bremen warten werde.

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„Doch beides war nicht der Fall“, berichtet Stark. Der Zug nach Bremen war weg. Die Anzeigetafel auf dem Bahnsteig in Oldenburg war leer.

Eine Bahnmitarbeiterin in Oldenburg habe ihm auf Nachfrage gesagt, dass bei ihnen keine Information der Nordwest-Bahn angekommen sei. Und selbst wenn, hätte der Zug nach Bremen trotzdem nicht gewartet.

„Wer spricht da eigentlich mit wem?“, fragt sich Stark seitdem und hat sich mit einem Beschwerdebrief an die Nordwest-Bahn gewandt. Die teilte ihm mit, dass es keine Garantie für Anschlusszüge gebe. Für die Fahrgastinformation in Oldenburg sei Bahn AG zuständig.

Die Sprecherin der Nordwest-Bahn, Katrin Hofmann, sagte auf Nachfrage der NWZ, dass bei signifikanten Verspätungen die Anschlusszüge der Bahn AG „eher nicht“ auf den Zubringer warten. „Der Fahrplan ist ein großes System, das schon durcheinanderkommen kann, wenn man nur an einer Stellschraube dreht“, so Hofmann. Das bestätigt auch Bahn-Sprecherin Sabine Brunkhorst. „In der Regel wird in Oldenburg nicht gewartet“, sagte sie auf Anfrage der NWZ.

Grundsätzlich könne der Schaffner im Zug nicht entscheiden, ob Anschlusszüge warten, betont NWB-Sprecherin Hofmann. „Bei Verspätungen informiert unser Mitarbeiter die Betriebsleitzentrale der Nordwest-Bahn. Diese informiert wiederum die Transportleitung der Bahn AG. Dort wird dann entschieden, ob der Anschlusszug warten kann. Die Entscheidung wird dann auf gleichem Weg zurückgegeben“, erklärte Hofmann.

Die Mitarbeiter der Nordwest-Bahn seien angewiesen, diesen Weg einzuhalten und den Fahrgästen auch keine davon unabhängigen Versprechungen zu machen. „Warum es in diesem Fall zu Missverständnissen gekommen ist, kann ich nicht erklären“, so Hofmann.

Georg Stark musste in Oldenburg ein Taxi nehmen, um nach „rasanter Autofahrt“in Bremen seinen Nachtzug nach Paris noch zu erreichen.

Die Kosten von 80 Euro fürs Taxi sowie die Fahrpreiserstattung für die nicht in Anspruch genommene Fahrkarte Oldenburg-Bremen will er nun von der Nordwest-Bahn erstattet bekommen.

Hier hat die Nordwest-Bahn Kulanz signalisiert.

Ulrich Schönborn Chefredakteur (ViSdP) / Chefredaktion
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