Landwirtschaft Im Jeverland
Rinderhalter haben zurzeit kein Seuchenproblem

Laut Dr. Norbert Heising vom Veterinäramt Jade-Weser können sich Rinderhalter entspannen: Die Bestände sind sicher.

Bild: Dietmar Reck
Kuratoriumsvorsitzender Heiko Hinrichs, Geschäftsführer Manfred Ostendorf und Dr. Norbert Heising vom Zweckverband Veterinäramt Jade-Weser.Bild: Dietmar Reck
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Dr. Ernst Bohlsen.Bild:
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Jever „Die Rinderhalter in Friesland können sich entspannen: keine gravierenden Seuchen haben ihre Bestände befallen.“ Das berichtete Dr. Norbert Heising vom Zweckverband Veterinäramt Jade-Weser bei der Sitzung des Kuratoriums Tierseuchenbekämpfung in Jever.

Die seit 1. November 2017 bestehende Untersuchungspflicht auf Paratuberkulose für alle über 24 Monate alten Rinder in Milchviehbeständen ergab weniger positive Ergebnisse als erwartet: Nur 2,33 Prozent von 20 000 Blutproben und 4 Prozent von 500 Sammelmilchproben auf diese Darmkrankheit waren positiv – damit lag Friesland unter dem Landesdurchschnitt.

Auch die Bovine Virus-Diarrhoe, eine der einst verlustreichsten Rinderkrankheiten, haben die Veterinäre nun im Griff.

Allerdings: Bedingt durch die steigenden Durchschnittstemperaturen sind tropische Krankheiten, die durch Insekten übertragen werden, auf dem Vormarsch: Wie Heising berichtete, wurde in Halle das normalerweise relativ harmlose West-Nil-Virus festgestellt, das in Einzelfällen Menschen und Pferde befällt.

Und auch die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) insbesondere am Schwarzen Meer beobachtet Heising mit Sorge: Das Risiko einer Einschleppung nach Deutschland steige weiterhin. „Dennoch besteht für die Hausschweinen bei entsprechender Vorbeugung keine zu große Sorge.“

Laut Daten einer Tierseuchenübung mit dem Fokus auf dem Rispeler Waldgebiet wären in einem Radius von 15 Kilometern 107 Schweinehalter mit 27 365 Schweinen betroffen. Durch verstärktem Einsatz wollen die Cleverns-Sandelermönser Jäger die Verbreitung der Seuche in ihrem Jagdgebiet verhindern.

Überschaubar war die Teilnahme der Milchviehhalter an der Mitgliederversammlung: Das signalisiert, dass zurzeit keine gravierenden Gesundheitsprobleme für Kühe bestehen.

Im anschließenden Vortrag referierte Dr. Ernst Bohlsen, Geschäftsführer des Landeskontrollverbands, über die betriebliche Eigenkontrolle in Rinderbeständen, die eine immer größere Bedeutung einnimmt. Unterstützt durch modernste Sensoren, die immer besser und preiswerter werden, wird eine Vielzahl an Daten zum Gesundheitszustand der Kühe erhoben.

Künftig sollten die betriebseigenen Sensordaten mit zentralen Datenbanken der Milchkontrolle und Tierzucht verknüpft werden. Durch Auswertung und Vergleich mit anderen Betrieben könne der Landwirt wertvolle Informationen für sein Herdenmanagement erhalten, sagte Bohlsen.

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