Jever In Friesland ist die Zahl der Arbeitslosen in den vergangenen Jahren immer weiter zurückgegangen – im Dezember 2018 betrug die Arbeitslosenquote 4,6 Prozent. „Die Zahl ist zwar erfreulich, aber darauf wollen wir uns nicht ausruhen“, sagt Landrat Sven Ambrosy. Gemeinsam mit Andreas Bruns vom Jobcenter Friesland hat er das Konzept „MitArbeit“ und das so genannte „Teilhabenchancengesetz“ des Bundesministeriums vorgestellt.

Die Idee: Menschen, die besonders lange Arbeitslosengeld II beziehen, sollen eine langfristige Perspektive erhalten. Der Bund stellt dem Landkreis 1 Million Euro pro Haushaltsjahr zur Verfügung, das an Arbeitgeber geht, die diese Menschen einstellen.

Es gibt zwei Fördermöglichkeiten: für Menschen, die länger als sechs Jahre arbeitslos sind (Arbeitsentgelt wird zu 100 Prozent gezahlt) und für solche, die mindestens zwei Jahre arbeitslos sind (75 Prozent wird gezahlt).

„Oft sind die Betroffenen aus verschiedenen Gründen leistungseingeschränkt, wollen aber trotzdem arbeiten“, sagt Ambrosy. Und diesen Menschen solle geholfen werden. „Es geht dabei nicht nur um Geld, sondern auch um Kontakte und Teilhabe an der Gesellschaft.“

Darüber hinaus gibt es für jeden ein Coaching: „Dabei wird auf die individuellen Probleme eingegangen. Den Menschen wird geholfen ihre Probleme und zusätzlich die Arbeit zu meistern“, erklärt Andreas Bruns. Für die Arbeitgeber besteht zudem die Möglichkeit, die Förderung abzubrechen, wenn sie jemanden regulär einstellen.

Das „Teilhabenchancengesetz“ ist zum 1. Januar in Kraft getreten. „Schon seit Herbst 2018 haben wir dafür Vorbereitungen getroffen und stehen jetzt kurz vor Abschluss der ersten Arbeitsverträge“, sagt Bruns.

Dennoch werden weitere Arbeitgeber gesucht, die an diesem Konzept teilnehmen. Infos gibt’s direkt beim Jobcenter, Tel. 04461/919 52 92.

das „Teilhabechancengesetz“

Im Sommer 2018 hatten die 16 kommunalen Jobcenter in Niedersachsen eine gemeinsame Forderung an den Bund gestellt – unter anderem ausreichend Geld und Personal für den so genannten „Aktiv-Passiv-Tausch“. Das heißt: Es soll Arbeit statt Arbeitslosigkeit finanziert werden. Genau das sei mit dem Teilhabechancengesetz zum 1. Januar in Kraft getreten. Was wird gefördert? Arbeitgeber, die für Langzeitarbeitslose ein Arbeitsverhältnis anbieten, können fünfjährige Förderung erhalten.

Wer wird gefördert? Menschen, die älter als 25 Jahre sind und besonders lange Arbeitslosengeld II beziehen, werden gefördert. Hierfür gibt es zwei Modelle:

- Für Menschen, die länger als sechs Jahre in den letzten sieben Jahren Arbeitslosengeld II beziehen: In den ersten beiden Jahren Zuschuss von 100 Prozent zum Arbeitsentgelt; sinkt ab dem 3. Jahr jährlich um 10 Prozent; maximale Dauer: fünf Jahre; plus Coaching (beschäftigungsbegleitende Betreuung)

- Für Menschen, die mindestens zwei Jahre arbeitslos sind: Im ersten Jahr Zuschuss zum Arbeitsentgelt von 75 Prozent, im zweiten Jahr 50 Prozent; maximale Dauer: zwei Jahre; plus Coaching.

In Friesland sind 28,3 Prozent der Arbeitslosen langzeitarbeitslos (650 von 2293, Dezember 2018). Im Zuständigkeitsbereich des Jobcenters beträgt der Anteil knapp 45,5 Prozent (548 von insgesamt 1205, Dezember 2018).


Mehr Infos unter   www.friesland.de 
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Antje Brüggerhoff Agentur Hanz / Redaktion Jever
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