Jever „Das Treckerfahren war schon toll“, sagt Johannes Ibel aus Jever. Zwei Jahre liegt sein Landwirtschaftspraktikum auf dem Hof von Frank Hobbie in der Zetelermarsch bereits zurück. „Aber das war eine lehrreiche und spannende Woche“, sagt der Zehntklässler. Und auch Rene Bohlken, der auf einem Hof in Idagroden sein Schulpraktikum absolviert hat, erinnert sich gern zurück. „Dass mir der Landwirt nach wenigen Tagen bereits seine Maschinen anvertraute, fand ich ziemlich cool.“

Landwirtschaft macht Schule, oder Schule macht Landwirtschaft: Man kann es drehen, wie man möchte, aber einmalig bleibt es, was die Elisa-Kauffeld-Oberschule in Jever ihren Schülern seit inzwischen 20 Jahren ermöglicht: Schulpraktika auf landwirtschaftlichen Betrieben. Deutschlandweit kann keine andere Schule auf eine solch lange Zeit eines Landwirtschaftspraktikums zurückblicken, sagte Schulleiterin Berta Paasman. Die anfängliche Idee sei inzwischen zur Institution geworden.

Die 20-jährige Zusammenarbeit mit der hiesigen Landwirtschaft stand am Freitag im Mittelpunkt des Schulfests. Dabei präsentierten die Schüler nicht nur die Resultate einer landwirtschaftlichen Projektwoche und zeigten, was zum Beispiel so alles in der Milch steckt oder wie sich der Milchpreis zusammensetzt; Sondern sie berichteten auch von ihren Schulpraktika auf den Höfen.

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Landrat Sven Ambrosy erinnerte daran, dass vor 20, 25 Jahren noch oft lamentiert wurde, wenn junge Leute sich für eine Ausbildung in der Landwirtschaft interessierten: „Muss das denn? Geh lieber ins Büro, lern doch was Anständiges“, war meist die Antwort. Diese Schule aber habe erklärt: „Wir sind hier im ländlichen Raum. Landwirtschaft gehört dazu wie die Kuh auf der Weide.

Es sei klug und wichtig gewesen, dass die Landwirte damals dort hingingen, wo der Nachwuchs ist, so Ambrosy. Landwirte brauchen irgendwann Nachfolger.

Landwirtschaft ist harte Arbeit, aber auch ein unglaublich vielseitiger Beruf. Man muss mit Tieren und Pflanzen umgehen, man ist Maschinist, Traktorfahrer, Dachdecker und arbeitet viel mit anderen Berufen zusammen – mit Molkereien oder Veterinären. Die ganze Vielfalt können die Schüler praxisnah kennenlernen.

Die Schüler lernten, wie Zaunpfähle auf den Weiden erneuert werden, wie Flächen für Siloplatten zu betonieren sind, wie Kälber mit Ohrmarken zu versehen sind, außerdem Gülle fahren, Mineraldünger streuen. All das und noch viel mehr erleben die Schüler eine Woche hautnah auf den Höfen.

Auch Kreislandvolkvorsitzender Hartmut Seetzen, Milchbauer aus dem Südkreis, war von Anfang an in das Projekt an der heutigen Oberschule eingebunden. Es gehe dabei nicht nur darum, Kinder und Jugendliche für landwirtschaftliche Berufe zu interessieren. „Ihr seid auch die Verbraucher von morgen und könnt euch ansehen, wie Lebensmittel wirklich produziert werden.“

So mancher Praktikant wurde später wirklich Landwirt. Genaue Zahlen hat die schule allerdings nicht erfasst.


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Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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