Friesland Die Industriegruppe für Lebensmittelproduktion, kurz IGFP, hat Zweifel an der Ernsthaftigkeit ihres Ansiedlungsvorhabens in Schortens (die NWZ  berichtete) zurückgewiesen und bekräftigt, in der Region ein großes Lebensmittelwerk bauen zu wollen. „Sobald die Baugenehmigung erteilt ist, werden die Grundstückskäufe im Jade-Weser-Park beurkundet und wird mit dem Bau begonnen“, erklärte Alexander Hartung von der IGFP am Freitag im Gespräch mit der NWZ .

Dass um das Unternehmen IGFP und seine Geldgeber und Anteilseigner Mythen ranken, könne er nachvollziehen – das ändere aber nichts an den ernsthaften Absichten seiner Gesellschaft, betont Hartung, Jurist und bei IGFP für Immobilien zuständig. Die IGFP sei Bauherr und Betreiber des Lebensmittelwerks. Ein anderer Name werde auch nicht enthüllt, wenn 2015 die Produktion anlaufe.

Noch in Gründungsphase

Hartung bestätigte, dass die IGFP im Handelsregister beim Amtsgericht der Stadt Duisburg geführt werde. Gemeldet sei das Unternehmen, das sich noch in der Gründungsphase befinde, im ehemaligen Gebäude der Landesbank an der Kaiserstraße in Mülheim an der Ruhr, wo auch eine Zahnklinik und ein städtisches Servicebüro ansässig sind. Dort würden Hartung zufolge für die IGFP erst noch Büros eingerichtet. Folglich sei das Unternehmen dort nicht präsent, sagte er.

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Dass die Baugenehmigung in Friesland stocke, hänge mit den Planungen eines identischen Werks im norditalienischen Bondeno zusammen. Dort sei das Antragsverfahren jetzt abgeschlossen, er rechne innerhalb der nächsten zwei Wochen mit einer Baugenehmigung, sagte Hartung. Das Werk Bondeno bei Ferrara entstehe auf einer Industriebrache, auf der bis vor einigen Jahren Italiens größte Zuckerfabrik stand.

Dass der Name IGFP in Bondeno unbekannt sei, liege am italienischen Baurecht: Dort könne, anders als in Deutschland, nur der Grundstückseigner den Bauantrag stellen. Das Areal für das neue Werk, rund 16 Hektar groß, gehöre nicht IGFP, sondern der Unternehmensgruppe Fin Bieticola, die dort im Auftrag der IGFP aktiv sei. „Grundstücke für Industriebauten dieser Größenordnung werden üblicherweise erst nach erteilter Baugenehmigung erworben“, so Hartung. Genauso verhalte es sich in Schortens.

Mit Abschluss der Planungen für Italien soll es mit der weiteren Planung für das identische Schortenser Werk zügig vorangehen. Tatsächlich berichtete die Tageszeitung „La Nouva Ferrara“ im Dezember 2012 mit der Schlagzeile „Pastificio, un piccolo passo avanti – Teigwarenwerk ein Schrittchen weiter“ über den Bauantrag für besagtes Industriegelände.

Hohe Planungskosten

Die technischen Planungen und den Anlagenbau für die Werke leitet Hartung zufolge die Enumplan AG mit Sitz in der Schweiz. Die Planungskosten für solch ein Werk mit einer Investionssumme von rund 350 Millionen Euro seien enorm. Auch Frieslands Kreissprecher Sönke Klug spricht von Kosten für Architekten, Planer, Ingenieure in Höhe von „pi mal Daumen rund 10 Prozent des Investitionsvolumens“. Die Kosten, immerhin mehrere Millionen Euro, wolle IGFP sparen, indem die Erfahrungen und Werte zum Beispiel zum Emissionsschutz für das Werk Bondeno nun „1 zu 1“ auf Schortens übertragen werden, so Alexander Hartung. Das erfordere Zeit: „Wir bauen schließlich kein Reihenhäuschen, sondern eine große, moderne Fabrik.“

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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