JEVER /SCHORTENS Nur mit der „geballten Faust in der Tasche“ hat Grünen-Kreistagsabgeordneter Uwe Burgenger am Mittwoch in der Kreistagssitzung in Jever dem Beschluss zur Bildung des Zweckverbands „Gemeinsame Leitstelle Wilhelmshaven-Friesland“ zugestimmt. Burgenger spielte damit auf ein Thema an, das im Kreistag zwar nicht auf der Tagesordnung stand, aber doch überall gegenwärtig war: der Standortkonflikt mit Wilhelmshaven über den Sitz der Bertelsmann-Tochter Arvato.

Wie berichtet, versucht Wilhelmshaven Frieslands größten Arbeitgeber mit einem subventionierten Mietangebot an die Jade zu locken. Damit torpediert die Stadt den Aufbau der gemeinsamen Wirtschaftsförderung und weitere Bemühungen einer interkommunalen Zusammenarbeit.

Eines dieser Projekte ist die kürzlich in Betrieb genommene gemeinsame Leitstelle für die Feuerwehren und Rettungsdienste in Wilhelmshaven und Friesland. Nach einem schwierigen Prozess und langen Verhandlungen sei Friesland der letzte Verbündete, so Burgenger: „Zum Dank dafür nimmt die Stadt fünf Millionen Euro in die Hand, um Arvato abzuwerben.“

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Die SPD-Abgeordnete Sabine Haltern, die im Sommer den Kreistag aus familiären Gründen verlässt, nutzte ihre Abschiedsrede, um den Arvato-Konflikt zu thematisieren. Die interkommunale Strategie des Kreises sei ohne Alternative, betonte sie. „Wenn ein Partner nicht teamfähig ist, dürfen sich die anderen dadurch nicht aufhalten lassen“, sagte sie.

Deutliche Worte fielen auch in der Sitzung des Schortenser Stadtrats: Bürgermeister Gerhard Böhling zog den Sinn einer gemeinsamen Wirtschaftsförderung in Zweifel: „Die brauchen wir nicht, wenn die Kooperation in der Praxis gar nicht gelebt wird.“

Die DIBAG als Grundstückseigentümerin im TCN habe Arvato ein Angebot zu marktgerechten Konditionen unterbreitet und wird auch weiterhin gemeinsam mit dem Landkreis und der StadtSchortens intensive Überlegungen anstellen, um Arvato als größten Arbeitgeber Frieslands in Friesland zu halten, erklärte Böhling.

CDU-Ratsmitglied Horst Dieter Freygang, empörte sich ebenfalls über den Abwerbeversuch. Er rief die Stadt Schortens dazu auf, in der Sache „öffentlichkeitswirksam am Ball zu bleiben“ und das Thema nicht nach all den Aufregungen in dieser und der vorigen Woche nun wieder runterzufahren. „Das Vorgehen Wilhelmshavens sei skandalös“, so Freygang.

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