Bohlenbergerfeld Auf dem Kühlergrill prangt das Markenzeichen, die stilisierte Silhouette des Ulmer Münsters in Kombination mit einem M für Magirus. „Die Zugmaschine ist genauso alt wie ich, Baujahr 1959“, sagt Heiko Hurling. „Nur ist der Oldtimer viel schöner als ich“, scherzt der 53-Jährige. Zwei Jahre lang hat er den Magirus Mercur 125 restauriert. Alle Blech- und Holzteile hat Hurling in der Hand gehabt, hat sie aufgemöbelt oder neu angefertigt. So hat er die Ladefläche komplett neu aufgebaut. Auch die Lackierung ist neu. Angetrieben wird der Magirus von einem V6-Motor mit 7,5 Litern Hubraum und 125 PS. „An dem Motor brauchte ich nichts zu machen. Bei guter Pflege geht der nicht kaputt“, erzählt der gelernte Kfz-Mechaniker, der seit fast 25 Jahren im Kranbau arbeitet.

Seit Jahren ist er Vorsitzender des Oldtimerclubs Bohlenbergergeld, zu dessen Gründungsmitglied er gehört. „1993 kauften Udo Hoinke und ich uns einen Traktor – nur so aus Quatsch“, erinnert sich Hurling. Damals gab es schon das eine oder andere Treckertreffen. Als sie daran herumschraubten, kam Nachbar Johann Hermann Höfing dazu und fragte, ob sie nicht einen Verein gründen wollten. Es wurde zunächst die Oldtimer-Interessengemeinschaft Bohlenbergerfeld, ein Jahr später, 1994, ein eingetragener Verein. Heute hat der Club 76 Mitglieder. „1995 haben wir das erste Treckertreffen organisiert.“ Das findet stets am letzten April-Wochenende statt. In diesem Jahr ist es das 19. Oldtimer-Treffen.

Schon als Junge hat Heiko Hurling an Mofas geschraubt, später an Motorrädern und Autos. Nun sind es Traktoren und Zugmaschinen. „Den ersten Trecker, den ich 1993 gekauft habe, gibt es noch im Verein. Das ist ein Hanomag R 27 aus dem Jahr 1956. „Der gehörte einem Arbeitskollegen, der ihn aber nicht fertig bekommen hat“, sagt Hurling. Er und sein Freund Hoinke haben es geschafft. Heute fährt Familie Eggert den Oldtimer. Heiko Hurling kaufte sich anschließend einen Straßenschlepper, einen Hanomag R 40, Baujahr 1949. „Ich finde es toll, solch alte Fahrzeuge für die Nachwelt zu erhalten. Sie lassen sich alle noch mit einfachem Werkzeug reparieren.“ Das mit den Traktoren und Schleppern habe sich einfach so ergeben, reagiert er auf die Frage, warum er nicht mit einem schicken Sportwagen zu den Oldtimer-Treffen in der Region fährt.

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Der Vorteil seiner Zugmaschine ist – im Gegensatz zum Lkw – dass er das Gefährt auch am Wochenende fahren darf. Seine Frau Rita und er hängen dann einen Wohnwagen an und fahren im Umkreis von 80 Kilometern zu Oldtimer-Treffen. „Das ist für uns Urlaub“, meint Heiko Hurling. „Mallorca interessiert uns nicht.“ Diese Veranstaltungen seien wie große Familientreffen. Es gebe viel Harmonie und keine Hektik. Das Besondere sei auch, dass Menschen „jedes Standes“ dort miteinander ins Gespräch kämen, weil sie das Hobby verbinde.

Christoph Koopmeiners Wildeshausen/Dötlingen / Redaktion Wildeshausen
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