Zetel Die Spendenbereitschaft in Zetel ist hoch – sowohl für Flüchtlinge als auch für andere Bedürftige geben die Bürger gern Dinge her, die sie nicht mehr brauchen, von Gardinen über Toaster bis zu Fahrrädern. Doch die Spenden können in Zetel nirgendwo gelagert werden. Also hat die SPD den Antrag an die Verwaltung gestellt, zu prüfen, ob in der Gemeinde eine Einrichtung geschaffen werden kann, in der sich vor allem Flüchtlinge mit den Dingen des täglichen Bedarfs eindecken können, die von Bürgern gespendet wurden.

Öffentliche Räume fehlen

Das Ergebnis dieser Prüfung stellte Bürgermeister Heiner Lauxtermann am Dienstagabend im Schul-, Jugend- und Sozialausschuss vor. „Das Ergebnis ist ernüchternd“, sagte er. „Wir verfügen über keine Räumlichkeiten im öffentlichen Bestand und auch über keine anderen.“ Ein solcher Raum müsse schließlich nicht nur groß, sondern auch gut temperiert sein – eine Scheune würde nicht ausreichen. Im Haus der Rettungswache in Zetel werden Wohnräume geschaffen, und in das alte Feuerwehrgerätehaus in Neuenburg werde das Deutsche Rote Kreuz einziehen, sagte Bürgermeister Heiner Lauxtermann.

Doch dass es keine Räume gibt, sei nur eine der Hürden auf dem Weg zu einem Lager für Sachspenden. Viel wichtiger sei, dass es Ehrenamtliche geben müsse, die das Projekt in die Hand nehmen, so wie es auch beim „Stoffwechsel“ der Fall ist, sagte Bürgermeister Lauxtermann.

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Zu viel Aufwand

„Wir haben zur Zeit 180 Asylbewerber in der Gemeinde Zetel. Das ist ein erheblicher Aufwand für die Gemeindeverwaltung. Das Paket mit den Sachspenden können wir nicht auch noch schultern. Und öffentlichen Raum dafür haben wir nicht“, sagte Lauxtermann.

Ausschussvorsitzender Christian Keller regte an, die Gemeinde könne ja auch ein leerstehendes Ladenlokal anmieten.

Freiwillige sind gefragt

Lauxtermann erwiderte, dass dann auch die Gemeinde Bockhorn mit ins Boot geholt werden solle. Und er wies darauf hin, dass die Unterhaltung einer solchen Einrichtung bezahlbar bleiben müsse, etwa, indem die Dinge gegen einen kleinen Betrag an Bedürftige abgegeben werden. Genau das ist die Idee von sozialen Kaufhäusern, die es in vielen Städten gibt. Lauxtermann machte deutlich: „Ich glaube nicht, dass wir so etwas öffentlich organisieren können. Wenn, dann muss eine Gruppe Ehrenamtlicher sagen: Das machen wir.“ Dem pflichteten die Ausschussmitglieder aller Fraktionen bei.

Wilhelm Wilken von den Grünen regte an, dass sich die Ehrenamtlichen – wenn sich denn welche bereiterklären – zum Start eines solchen Projekts mit Einrichtungen austauschen sollten, die Erfahrung in dem Bereich haben, etwa das Diakonische Werk oder das Rote Kreuz.

Nun sucht die Gemeinde also zunächst Ehrenamtliche, die eine solche Einrichtung leiten wollen – und erst dann wird geprüft, welche Räume dafür infrage kommen. Freiwillige können sich bei der Ehrenamtsbörse im Mehrgenerationenhaus Zetel melden unter Tel. 04453/4839090.

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Sandra Binkenstein Varel / Redaktion Friesland
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