Dangast Wird in der Nähe von Dangast nun doch ein Geflügelmaststall gebaut? Der Investor jedenfalls hat bei der Stadt Varel einen entsprechenden Bauantrag gestellt. Das bestätigte er am Freitag auf NWZ-Nachfrage. Damit erneuerte der Landwirt seine Anfrage von 2014, die er damals jedoch ruhen ließ.

Vorgesehen sei ein landwirtschaftlich-gewerblicher Betrieb. Mittlerweile habe es Gespräche mit der Stadt gegeben. Das Ergebnis: „Die geplante Mast-Anlage wurde noch weiter nach Osten verlegt.“ Auch ein neues Emissionsschutzgutachten sei angefertigt worden. „Dieses ist für den Standort positiv ausgefallen.“

Der Investor beabsichtigt, an der Wehgaster Straße einen Stall mit einer Kapazität von bis zu 30 000 Masthähnchen zu errichten. Er plane aber nicht, diese maximale Zahl dort auch zu halten. Der Stall würde auch weitaus weniger aufnehmen als in konventioneller Mast mit 30 000 Tieren.

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Haltung nur im Stall

Nach wie vor geplant sei die Aufzucht von langsam wachsenden Rassen. Dabei sollen diese im geschlossenen Stall gehalten werden. Die Tiere im Freilauf zu halten, sei aufgrund der Seuchenprävention nicht möglich.

Bei der Bau-Genehmigung wird zwischen landwirtschaftlicher und gewerblicher Geflügelmast unterschieden. Bei der ersten Variante muss der Betrieb mindestens die Hälfte des für die Aufzucht benötigten Futters auf eigenen oder dauerhaft gepachteten landwirtschaftlichen Flächen anbauen. Laut Baugesetzbuch hat ein solches Projekt als privilegiertes landwirtschaftliches Vorhaben grundsätzlichen Anspruch auf Genehmigung – falls es öffentlichen Belangen nicht entgegensteht. Das ist bei dem im Dangaster Außenbereich geplanten Geflügelstall gegeben – auch weil genügend Land vorhanden sei. Eine Genehmigung wäre von Verwaltung oder Politik kaum zu verhindern.

Bei gewerblich betriebener Geflügelmast kann der Antragsteller indes auf ein von der Stadt ausgewiesenes Sondergebiet „Geflügel-Mastställe“ verwiesen werden. Doch in Varel gibt es solche Vorranggebiete derzeit nicht. Dieses Thema könnte nun wieder intensiver diskutiert werden.

Noch kein Sondergebiet

Den Ratsmitgliedern war nach NWZ-Informationen im nichtöffentlichen Teil der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses das Thema zur Kenntnis gegeben worden. Es soll bei der nächsten Sitzung am Montag, 15. Mai, auf der Tagesordnung stehen.

Im Herbst 2014 hatte die damalige Stadtratsfraktion der Menschenmüll Wähleraktion (MMW) einen Antrag gestellt, ein Sondergebiet im Flächennutzungsplan auszuweisen. Eine Entscheidung gab es aber nicht. Bei der Kommunalwahl im September 2016 trat MMW dann nicht wieder an.

Auf Kritik stieß die Planung im Kommunalwahlkampf auch bei weiteren Ratsfraktionen. So lehnten die SPD, die Grünen sowie das Bürgerbündnis Varel (BBV) den Bau einer Mastanlage in der Nähe eines Tourismusgebietes ebenfalls ab. Seitdem ist aber nichts weiter passiert.

Gegen den Bau sprachen sich zudem der Kur- und Fremdenverkehrsverein sowie die Bürgerinitiative Dangast aus. Auch um den „emotionalen Druck“ aus der Diskussion zu nehmen, war die Bauvoranfrage 2014 zurückgestellt und nun modifiziert worden.

Olaf Ulbrich Kanalmanagement (Ltg.) / Redakteur
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