Jever Hermann Wilbers ist direkt am Upjeverschen Wald groß geworden. Noch heute erinnert er sich ganz genau an den einen Abend, an dem er sich mit seinem „lüttje Fräulein“ getroffen hatte. „Und wie das dann so ist, hat es auch ein bisschen länger gedauert“, erzählte Hermann Wilbers.

Es war inzwischen Mitternacht und stockfinster – trotzdem ging er durch den Wald nach Hause. „Ganz in Gedanken an den schönen Abend merkte ich nicht, dass ich falsch abbog.“ Plötzlich blieb ihm fast das Herz stehen. . .

Was wir alles im Wald sehen und erleben können – darüber hat am Mittwochabend der Plattdeutsche Gesprächskreis des Jeverländischen Altertums- und Heimatverein geplaudert. Bei Tee und Kürbisstuten wurde wieder so manche lustige Geschichte aufgetischt.

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Den Anfang machte wieder Vorsitzender Horst Janssen, der aus der Sicht des Hundes erzählte, wie er sich im Wald fühle. „Da muss ich manchmal richtig Schlange stehen, um an meinen Baum zu kommen.“

Rudi Rabe erinnerte sich an seinen Großvater Hinrich Philipp Rabe, der Holzwärter war. Leider musste er aber frühzeitig aufhören – er hackte sich einen Daumen ab. Das führte zu einer Blutvergiftung. Und da die Medizin noch nicht so weit entwickelt war, entzündete sich sein Bein und musste abgenommen werden. Rudi Rabe verlieh der Geschichte dennoch einen humorigen Schliff:  „So bekam mein Großvater ein Holzbein – das hat ja was mit Wald zu tun.“ Übrigens bekam der Großvater für seine Verdienste zusätzlich eine Urkunde und ein Ehrenkreuz.

Welch heilende Wirkung Bewegung im Wald haben kann, erzählte Christina Arntz. Sie erzählte von einem Bekannten, der krank wurde und seine Gelenke nur noch schwer bewegen konnte. Er bekam sogar Medikamente. „Doch dann fing er an, jeden Morgen mit seiner Frau eine Stunde lang durch den Wald zu spazieren – egal bei welchem Wetter.“ Seit acht Jahren ist dies nun zu einem Ritual geworden. Und seitdem musste die Dosis der Medikamente auch nicht wieder erhöht werden. „Also denkt immer daran, wenn es euch mal nicht so gut geht“, sagte Christa Arntz.

Doch im Wald kann es auch mal gefährlich werden – das weiß Wilfried Fürlus nur zu gut. Er erzählte eine schaurige Waldgeschichte in einer Silvesternacht. Mit Taschenlampen ausgestattet wollten er und seine Familie eine Tour unternehmen, die teilweise durch den Wald ging. „Dann kamen wir an Wegweiser, aber die Pfeile hatte jemand weggemacht“, erzählte Fürlus. Da half nur ausprobieren.

Erst gingen sie in die eine Richtung – „aber dann standen wir nach einiger Zeit wieder an der selben Stelle“. Inzwischen hatten die Taschenlampen ihren Geist aufgegeben und sie tappten im Dunkeln. Dann ging es in die andere Richtung – „und auf einmal standen wir an einem Steinbruch. Zum Glück haben wir den im Dunkeln rechtzeitig sehen – das hätte böse enden können.“

Da blieb nur noch eines übrig: Die Familie orientierte sich an den Sternen. „Irgendwann kamen wir dann an eine Straße und ein junges Paar hat uns im Auto mitgenommen.“ So endete der unheimliche Silvesterabend doch noch schön – und sie alle tranken gemeinsam Sekt aus Zahnputzbechern.

Ach ja: Die Geschichte von Hermann Wilbers ging natürlich noch weiter. Mit einem lauten „BUH!“ erschreckte er alle. „Ja, genau so habe ich mich damals auch erschreckt.“

Aber keine Angst, dem jungen Hermann Wilbers passierte damals nichts: Er wurde damals nur von aufgeschreckten Tauben überrascht. Ob er sich das zu Herzen nahm und künftig nur noch pünktlich und im Hellen nach Hause ging – das verriet er allerdings nicht.


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Antje Brüggerhoff Agentur Hanz / Redaktion Jever
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