DANGAST Die besondere gesundheits- und zugleich auch regionalpolitische Bedeutung der Friesenhörn-Nordsee-Kliniken mit Standorten in Dangast und Horumersiel (Gemeinde Wangerland) hat die SPD-Bundestagsabgeordnete Karin Evers-Meyer (Zetel) unterstrichen.

Das auf Mutter-Kind-Kuren spezialisierte Angebot sei heute wie in Zukunft gesundheitspolitisch außerordentlich wertvoll und wesentlich, sagte Evers-Meyer, zugleich Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, jetzt beim Festakt zum 20-jährigen Bestehen des privaten Klinik-Unternehmens (Standort der Hauptverwaltung ist Jever) im Kursaal in Dangast. An der Feierstunde der Friesenhörn GmbH nahmen zahlreiche prominente Vertreter von Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Gesundheitswesen teil, darunter der Bürgermeister von Varel, Gerd-Christian Wagner, und der Bürgermeister von Wangerland, Harald Hinrichs.

Die Gesundheit von Müttern und Kindern ist nach den Worten von Evers-Meyer nicht zuletzt eine Zukunftsinvestition. Zugleich warnte die Politikerin vor einer Tendenz, die Kassen-Pflichtleistung Mutter-Kind-Kur möglichst restriktiv zu gewähren. Das sei nicht im Sinne des Gesetzgebers. Solche Kuren seien wesentlich für das Leitbild von der selbstbestimmten, gesellschaftliche Teilhabe ermöglichenden Lebensführung, das die Gesundheitsfürsorge strukturieren sollte. Zur regionalpolitischen Bedeutung des Betriebes sagte Evers-Meyer, „Friesenhörn“ sei ein wichtiger Arbeitgeber und auch mittelbarer Tourismus-Förderer; womöglich komme so mancher Patient „später als Tourist wieder“.

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Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Privatkliniken, Thomas Bublitz, unterstrich die grundlegende Bedeutung medizinischer Rehabilitation, zu der auch die Mutter-Kind-Kuren gehören. Rehabilitation sei auch strategisch äußerst wesentlich; sie vermeide vorzeitige Rente oder Pflege. Zugleich warnte Bublitz vor einem „Kostenvermeidungswettbewerb“ der Kassen.

Der Abteilungsleiter Rehabilitation der Barmer-Hauptverwaltung, Theo Barth, kritisierte eine Tendenz, Mutter-Kind-Kuren als versicherungsmathematisch „schlechtes Risiko“ zu behandeln. Nachzudenken wäre eventuell über eine zusätzliche Steuerfinanzierung. Zugleich würdigte Barth einen besonders hohen Qualitätsstandard der Friesenhörn-Kliniken. Sie seien bei der entsprechenden Zertifizierung Vorreiter gewesen.

Der Beiratsvorsitzende Hans-Joachim Ewald und Klinik-Geschäftsführer Thomas Bruns gaben einen Überblick über die Gründungsgeschichte und den heutigen Ausbaustand der „leistungsfähigsten“ Klinik ihrer Art in Niedersachsen. Die Gesamtinvestition betrage rund 44 Millionen Euro, die Kaufkraft für die Region Friesland rund 110 Millionen, die Gesamtübernachtungsfälle über 3 Millionen (alle Angaben für die Zeitraum seit 1989). Insgesamt seien seit Gründung 127 000 Personen (Mütter und Kinder) behandelt worden. Wünschenswert und notwendig sei, das Angebot Mutter-Kind-Kur qualitätsvoll fortzuentwickeln, so Bruns.

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