BOCKHORN Sie müssen 90 Prozent der Kosten tragen. Der Weg sei sowieso überflüssig, und die Verwaltung spiele nicht mit offenen Karten.

Von Kai Hippen BOCKHORN - Eine Straße macht mobil: Die Anlieger der Mühlenstraße in Bockhorn wehren sich gegen den Bau eines Gehweges. Eine Unterschriftenliste wurde den Gemeinderäten übergeben, gestern stellte Jörn Lubitz vor seinem Haus ein Protestschild auf – der Unmut ist groß.

2004 hatte der Rat einstimmig den Wegebau beschlossen (die NWZ berichtete), in diesen Tagen wird mit der Umsetzung begonnen. Die Kosten belaufen sich insgesamt auf rund 200 000 Euro inklusive Straßenbeleuchtung und Grünbeeten, zehn Prozent trägt die Gemeinde, 90 Prozent müssen die Anwohner aufbringen. Die einzelnen Beiträge werden nach einem komplizierten Schlüssel festgelegt. Ein konkretes Beispiel: Ein Anwohner mit einem Grundstück von 3500 Quadratmetern Größe muss 12 300 Euro zum Wegegeld beisteuern.

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Jörn Lubitz, Wilhelm Behrens und ihre Nachbarn ärgern sich insbesondere über das Vorgehen der Verwaltung, sie fühlen sich nicht richtig in die Entscheidungen einbezogen. Am 15. Juni war der Wegebau öffentlich ausgeschrieben worden, erst eine Woche später waren die Anwohner zu einem Erörterungstermin eingeladen worden, am 29. Juni war der Submissionstermin, und jetzt rücken bereits die Versorgungsträger an. Lubitz, selbst im Baugeschäft tätig: „Nur vier Wochen zwischen Ausschreibung und Baubeginn, das ist schon ungewöhnlich. Da blieb uns keine Zeit für Einsprüche oder dafür, selbst Ideen einzubringen.“

Grundsätzlich halten die Mühlenstraßen-Leute den Gehweg sowieso für völlig überflüssig: „Hier laufen kaum Passanten in den Ort hinein.“ Wenn überhaupt, dann wäre ein Radweg sinnvoll gewesen, aber dafür ist das Straßenareal zu schmal. Lubitz und seine Mitstreiter sehen jetzt die Verkehrssicherheit in Frage gestellt, wenn Radfahrer aufgrund des Hochbordes nicht mehr den Autos ausweichen können.

Die Kosten für die Anwohner spielen die Hauptrolle. Viele sind Rentner, die müssten Kredite aufnehmen, andere haben gerade erst ihre Häuser gebaut und dabei knapp kalkuliert, da fallen Summen um 10 000 Euro und mehr schnell ins Gewicht.

Bürgermeister Ewald Spiekermann erklärte gestern: „Wir haben einstimmige Beschlüsse von Fach- und Verwaltungsausschuss sowie vom Gemeinderat, und wir haben eine Erschließungsbeitrags-Satzung. Danach müssen wir von der Verwaltung uns richten.“ Er halte den einst auch von CDU und SPD geforderten Gehweg für erforderlich, rund um die Mühlenstraße sind mehrere große Baugebiete besiedelt worden. Der Bau sollte auch jetzt beginnen vor der Erhöhung der Mehrwertsteuer, denn dann würde der Weg noch teurer werden. Kritik an der Unterweisung der Anwohner wies Spiekermann zurück: „Wir haben ehrlich informiert.“

Heute lädt die Bockhorner CDU um 20 Uhr zu einer Anliegerversammlung in die „Altdeutsche Diele“ in Steinhausen ein.

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